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HSV-Profi Pierre Michel Lasogga wird von Ordnern im Polizeigriff abgeführt. Diese Verwechslung kam bei Fans wenig sympathisch an.

Times mager

Lügenbeatles

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Von Irrtümern, von denen manche zum Lachen sind, andere nun wirklich nicht.

Verwechslungen, mal sind sie lustig, mal nicht. Der junge Mann aus Houston/Texas, der ein Problem mit seiner Freundin hatte, ihr aber aufgrund mangelnder botanischer Kenntnisse statt Blumen einen Salat zur Versöhnung schenkte, erhielt dafür 150.000 Likes im Internet. Die Stadion-Ordner, die einen Fußballprofi des Hamburger SV im Polizeigriff abführten, als er über ein Tor gegen Wolfsburg jubelte, kamen (zumindest bei HSV-Fans) weniger sympathisch rüber. Aber der Mann trug kein Trikot. Da kann das schon mal passieren.

Weil Menschen über solcherlei Irrtümer oft lachen, gibt es das Genre der Verwechslungskomödie, wahlweise fürs Theater oder fürs Kino. Die Filmschaffenden schwangen sich jüngst sogar auf die Metaebene empor, indem sie die besten Werke des Jahres verwechselten und den falschen Film zum Oscar-Gewinner erklärten. Als Zugabe zeigten sie auch noch das Foto einer australischen Produzentin im Reigen der Verstorbenen, was die Australierin anschließend in Interviews der Kategorie „nicht witzig“ zuordnete.

Apropos Schauspielerin und nicht witzig: Paris Jackson, die Tochter des tatsächlich verstorbenen Kings of Pop, war zu früh am Filmset und erhielt von Ordnungskräften, die sie als Obdachlose betrachteten, einen Platzverweis. Wie kann denn so was passieren? Der „Stern“ versuchte eine Erklärung: „Das Model liebt selbstgemachten Schmuck und zeigt sich gerne im Stile der Hippie-Ära, in Gedanken an ihre Lieblingsband ,The Beatles‘ trägt sie häufig runde Sonnenbrillen.“ Wirklich? Nicht, dass da jemand „The Beatles“ verwechselt hat!

„Es gab ein kleines Navigationsproblem“, hieß es jüngst im Rahmen einer Klassenfahrt nach Norddeich. Der Busfahrer ahnte nicht, dass es zwei Örtchen dieses Namens gibt, und brachte die Schulklasse ins falsche. 300 Kilometer verfahren. Was sagt der „Tages-Anzeiger“? Der sagt: „Verwechslungen sind nicht nur amüsant, sie können auch einen wahren Kern enthalten. So jedenfalls verhält es sich bei Lisa Randall. Wenn sie sich als Kosmologin vorstellt, sagt sie, werde sie häufig für eine Kosmetikerin gehalten.“ Oh. Aber wo ist jetzt gleich der „wahre Kern“? Egal. Frau Randall: „Ich fand diese Verwechslung immer zum Schreien komisch.“

Ganz im Gegensatz zum Kunden eines Gourmet-Deli in der Bronx: Wurst-Käse-Sandwich bestellt, Schinken-Käse erhalten. Relativ kleines Missverständnis, sollte man meinen, aber: Avocado-Hagel auf den Verkäufer, dann Bananen und Melonen. In Lübeck wurde Gästen eines Lokals Flüssig-Grillreiniger statt Honigwein serviert, und in der Steiermark wollten Angehörige ihren Verstorbenen Opa noch einmal sehen, wie die „Kleine Zeitung“ vermeldet, aber wer lag im Sarg? „Ein 86-Jähriger aus St. Ruprecht an der Raab.“ Dazu der Bestattungschef: „Es war ein menschlicher Fehler, der so nicht vorkommen darf.“

Sie sehen, es gibt schlimmere Missgeschicke auf der Welt, als zwei Beatles auf einem Foto in der Samstagszeitung zu verwechseln. Wir geben uns trotzdem Mühe, das künftig zu vermeiden.

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