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Danke, dass wir drüber gesprochen haben, und Gruß an Nessie!

Times mager

Linksfüße

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Jeder Dackel hat heute Wlan – warum gibt es nicht längst eine Technik, die mich automatisch mit allen Verkehrsteilnehmern im Umkreis verbindet? Die Feuilleton-Kolumne.

Heute: Völkerverständigung. Viele Probleme tauchen ja erst auf oder werden, um im Bild zu bleiben, groß wie ein Seeungeheuer, weil der eine nicht kapiert, was die andere macht. Also gilt es, miteinander zu sprechen.

Nehmen wir als Beispiel Hartz IV. Was soll das? Eine Internetseite für Kinder erklärt’s: „Das Gesetz stellt die ,Grundsicherung‘ für das Leben in Deutschland dar. Von dem Geld sollen Menschen Miete, Kleidung, Essen und alles, was dazu gehört, bezahlen können.“ Ach so! Und viele dachten immer: Das Gesetz zementiert die Spaltung der Gesellschaft. Von dem Geld kann kein Mensch Miete, Kleidung, Essen und schon gar nicht alles, was dazu gehört, bezahlen, während die, die das beschlossen haben, mit Graf Koks beim Hummer über Abwrackprämien verhandeln.

Oder Brexit. Wozu? „Viele Briten sind stolz darauf, anders als andere Länder der EU zu sein“, erklärt eine weitere Kinderredaktion. „Man fährt dort auf der linken Straßenseite statt rechts. Und Entfernungen misst man in Fuß statt in Metern.“ Das ist natürlich nicht alles, aber es tut doch gut, wenn man seine Bedürfnisse immer mal mitteilt. Stimmt ja, ihr fahrt links, messt in Fuß und gebt Menschen in ärmeren Ländern, sagen wir: Griechenland, nicht so gern Geld! Da habt ihr doch mit Polen und Ungarn und noch einigen anderen europäischen Staaten eine Menge gemeinsam, mal abgesehen von der Linksfahrerei und den Füßen.

Apropos Linksfahrerei: Gerade im Straßenverkehr ließe sich viel schädliche Aggression vermeiden, wenn Fahrerinnen und Fahrer miteinander sprechen könnten. Die bisherige Form – hupen und gestikulieren – erinnert stark an Auseinandersetzungen in der Tierwelt, was die zur Verfügung stehenden Kommunikationsmittel angeht. Als wenig hilfreich haben sich Aufkleber wie „Wenn Sie das lesen können, sind Sie zu dicht dran“ oder „Hupen zwecklos, Fahrer träumt von Eintracht Frankfurt“ erwiesen. Die Puppe im Heckfenster mit hydraulischer Hose-runter-Funktion trug auch noch nie zur Deeskalation bei.

Ernsthaft, wir labern im Zeitalter der Kommunikation. Jeder Dackel hat Wlan, aus den Appalachen kann ich meiner Küchenmaschine in Pinneberg befehlen, ein Brot zu backen – warum gibt es nicht längst eine Technik, die mich automatisch mit allen Verkehrsteilnehmern im Umkreis von zwei Sattelzügen verbindet? „Sorry, kann nicht flotter in die Kurve, habe 17 Kisten Wein im Kofferraum.“ Und das Eis ist gebrochen. „Madame, für Sie bremse ich am liebsten.“ Dazu sanfte Streicher. „Obacht, Folks, ich fahre immer links, haltet 50 Fuß Abstand!“ Na gut, schwierig. Aber danke, dass wir drüber gesprochen haben, und Gruß an Nessie.

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