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Hat ein beneidenswertes Kurzzeitgedächtnis: Der Schimpanse.
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Hat ein beneidenswertes Kurzzeitgedächtnis: Der Schimpanse.

Times mager

Mit links

  • Thomas Stillbauer
    VonThomas Stillbauer
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Seelöwen, Bulldoggen, Fetzenfische, Klunkerkraniche, Zebrarennschnecken – alle sind sie uns zumindest ebenbürtig. Bei der Lösung logischer Aufgaben, beim Skateboardfahren. Beschämend.

Unser großes & starkes kulturelles Vorbild, der Menschenaffe, kann in sein Kurzzeitgedächtnis eine Ansammlung von Zahlen aufnehmen (und mühelos wieder abrufen), von der wir nur träumen. Jüngst war der Schimpanse Ayumu wieder mal im Fernsehen dabei zu bestaunen. Er ließ konkurrierende Studenten aussehen wie, nun, vor dem Experiment hätte man vielleicht gesagt: wie Affen. Jetzt muss man wohl sagen: wie Studenten.

Ayumu registriert zehn Zahlen beiläufig im Zeitraum von weniger als einer Sekunde – alle zusammen in weniger als einer Sekunde; nicht etwa jede einzelne Zahl in weniger als einer Sekunde – und tippt sie anschließend in der richtigen Reihenfolge auf den leeren Bildschirm. Mit links übrigens. Jede Zahl exakt an die Position, an der sie zuvor nur einen Schimpansenwimpernschlag lang zu sehen war.

Es bedarf nicht dieser Geniestreiche, um uns Zahlenphobiker zu beschämen, uns Mathematikhohlkörper, die wir regelmäßig in einem Zustand solch vollständiger Ahnungslosigkeit in Algebra-Klassenarbeiten gingen, dass ich einmal sogar den Namen meines Sitznachbarn von seinem Arbeitsblatt abschrieb. Ich hab’s gerade noch rechtzeitig gemerkt. An der Note änderte das nichts.

Der Gipfel: die Sache mit den Hühnerküken

Seelöwen, Bulldoggen, Fetzenfische, Klunkerkraniche, Zebrarennschnecken, Bartagamen – alle sind sie uns zumindest ebenbürtig, sei es bei der Lösung logischer Aufgaben, beim Skateboardfahren, höchstwahrscheinlich auch bei der Konstruktion von Bauwerken, die die Menschheit einst überdauern werden. Aber die Sache mit den Hühnerküken ist der Gipfel.

Im Alter von drei Tagen können Hühnerküken kleine Zahlen nach links sortieren und große Zahlen nach rechts, wie italienische Forscher jetzt enthüllten. Keine Ahnung, was italienische Menschenküken im Alter von drei Tagen drauf haben; in Hessen und angrenzenden Bundesländern jedenfalls können Säuglinge selbst im Alter von drei Monaten noch nicht einmal ihre Arme und Beine sortieren. Manche wissen mit 30 Jahren noch nicht, wo links und rechts ist.

Und in diese Phase der Evolution, die uns offenbar im Vergleich zum Tier hoffnungslos zurückfallen lässt, platzt jetzt der Aufruf der Universität von Oxford: Es würden immer noch Ehrenamtliche gesucht, die mithelfen, auf Fotos im Internet Pinguine zu zählen, deren Eier und ihre Küken. Mehrere Hunderttausend Bilder aus rund 30 Pinguinkolonien müssten ausgewertet werden, teilt ein Portal für weltweite Freiwilligenarbeit mit.

Wir sollten das lieber den Spezialisten überlassen.

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