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Beim Zynismus der sog. „Querdenker“ wird deutlich, dass sie die Opfer dadurch, das sie die Corona-Opferzahlen leugnen, für nichtexistent erklären.
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Beim Zynismus der sog. „Querdenker“ wird deutlich, dass sie die Opfer dadurch, das sie die Corona-Opferzahlen leugnen, für nichtexistent erklären.

Times mager

Leugnung

  • Christian Thomas
    vonChristian Thomas
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In Abrede stellen, von sich weisen, übersehen, die Augen verschließen, bestreiten, dementieren, diffamieren, denunzieren. Wer mit Vertretern einer solchen Haltung den Dialog sucht, hat sich was vorgenommen.

Einmal mehr waren sie zu sehen, Menschen ohne Maske, irgendwo in Deutschland, ein Auflauf in einer Demokratie, die als Diktatur denunziert wird. Ein Fernsehbild zum Jahreswechsel, die Bilder werden sich wiederholen.

Die Corona-Leugner und –Leugnerinnen dürfen sich etwas darauf einbilden, dass sie nicht zu übersehen und zu überhören sind. Sie führen eine verhaltensauffällige Existenz. Sie sind präsent in dem, was sie als ein besonders verhasstes Feindbild ansehen, in den TV-Nachrichten, zur besten Sendezeit. Dennoch leugnen sie ihre aufdringliche Gegenwart in den traditionellen Medien. Das hat damit zu tun, dass Leugnung etwas mit Wahrnehmungsschwäche zu tun hat. Bei dem, was von Leugnern und Leugnerinnen des Virus im Wortlaut überliefert wird, kommt der Vorsatz hinzu, sich der Realität zu verweigern.

Realitätsverweigerung hat mit Zynismus zu tun. Zynismus ist eine Existenzweise auf Kosten von Schwächeren. Beim Zynismus der sog. „Querdenker“ wird deutlich, dass sie die Opfer dadurch, das sie die Corona-Opferzahlen leugnen, für nichtexistent erklären. Und nicht nur die Zahlen, die Infizierten und Toten sind für diese Mitbürgerinnen und Mitbürger inexistent. Wer so denkt, leugnet gewiss nicht nur eine Krise. In der Konsequenz leben er oder sie, oder wer auch immer da in Kameras krakeelt, TV-Teams attackiert und Polizistinnen oder Polizisten bespuckt, die Menschenverachtung aus. Deswegen ist es erstaunlich, dass diese Art der Leugnung sich weiterhin auf die Existenz von Meinungsfreiheit und Versammlungsrecht berufen kann.

Wer in den vergangenen Monaten zu den Leugnern gegangen ist oder selbst zu den Leugnerinnen gehört hat, hat sich aus freien Stücken an die Seite von Neonazis gestellt. Auch das eine Form von Verleugnung. Muss man mit solchen Mitmenschen noch reden? Die Legende sagt, es gäbe Leugner, die lernten dazu. Auf dass sie nicht mehr in Abrede stellen, von sich weisen, übersehen, wegsehen, die Augen verschließen, bestreiten, dementieren, diffamieren, denunzieren. Ein kompaktes Programm. Na denn, dann mal zu mit dem Dialog!

Dann müssten Leugnerin oder Leugner allerdings absehen von einem wesentlichen Merkmal aller Verschwörungsideologien: dass nämlich allein sie durchblicken. Sicherlich ein Privileg, und warum sollten ausgerechnet Durchblicker und Vollcheckerin von ihrer begnadeten Selbstgewissheit absehen? Warum sollten sie ihre Erleuchtung leugnen?

Was allein die Entwicklung der Leugnung während der vergangenen Wochen und Monate angeht, so lässt sich immerhin nicht abstreiten, dass sie absurd war. Sollte es gar dazu kommen, dass der Begriff Corona-Leugner ( -Leugnerin) in den Duden einmarschieren wird? Darüber dürfte man dann erbleichen. Damit es nicht so auffällt, sollte man an dem Tag zur Maske greifen.

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