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Times Mager

Lernprozess

Wer den Wutanfall hat, hat stets das Nachsehen. Der Wutanfall markiert perfekt die Grenze zwischen Leidenschaft und Idiotie. Es gibt sie in großer Zahl. Von Judith von Sternburg

Wer den Wutanfall hat, hat stets das Nachsehen. Der Wutanfall markiert perfekt die Grenze zwischen Leidenschaft und Idiotie. Nun muss die zertrümmerte Tasse ersetzt, der mit Blut betropfte Boden gereinigt werden, und Blut ist ein besonders zäher Saft. Nur um eines von vielen Beispielen zu nennen. Es gibt sie in großer Zahl. Am Samstag um 11 Uhr verzeichnete Google-News 40 Treffer unter dem Stichwort "Wutanfall". Neunmal ging es um wütende Fußballer, siebenmal um wütende Kinder, fünfmal um eine DDR-Band dieses Namens, fünfmal um wütende Prominente aus anderen Kategorien, zweimal um wütende Politiker, zweimal um wütende Schweine, einmal um Computer, einmal um Haushaltsgeräte, einmal um Kunst. Sechs Fälle waren privat und justiziabel.

Den plausibelsten, jedoch auch ungehörigsten Wutanfall der vergangenen Woche hatte aber der Schauspieler Ian Hart. Harry-Potter-Anhängern ist er bekannt als Professor Quirrell. Im Schlussapplaus einer Londoner Produktion (ironischerweise unter dem Titel "In Zungen reden") stürzte er sich auf einen Zuschauer, den er des andauernden Gequatsches während der Aufführung bezichtigte. Ein Kollege musste eingreifen. Der Zuschauer, ein Kerl namens Gerard Earley, gab anschließend zu Protokoll, er habe ja keinen Mucks getan. Da macht sie sich aber schon wieder bemerkbar, die Wut auf all die quatschenden Theaterzuschauer dieser Welt, die es nicht gewesen sein wollen, wenn man sie hinterher, nun ja, ein wenig heftig zur Rede stellt.

Sprechen wir von etwas Positiverem. Am Freitagabend konnte es bei einer Vorstellung in Darmstadt schon deshalb nicht zu derlei Konflikten kommen, weil sich der Eiserne Vorhang, welcher Künstler und Zuschauer strikt voneinander trennt, partout nicht heben ließ. Während noch zürnende Blicke umherflogen, schob sich unsereiner geschmeidig in Richtung Abendkasse. Das weiß man doch, dass dann die Karten umgetauscht werden müssen, da steht man doch gerne vorn in der Reihe. Hinten wollten sie sich bald schon anschnauben, weil sich da womöglich einer vordrängelte. Süß und sehr effizient aber ist es in den Gefilden der Nüchternheit und Mäßigung.

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