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Die Kriminalhauptkommissare Ivo Batic (Miroslav Nemec) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) stehen vor dem verschlossenen Eingangstor zum „Freiland“-Gelände.
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Die Kriminalhauptkommissare Ivo Batic (Miroslav Nemec) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) stehen vor dem verschlossenen Eingangstor zum „Freiland“-Gelände.

TIMES MAGER

Leitmayr

  • Sylvia Staude
    VonSylvia Staude
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Er ist es, er ist es nicht, er ist es, er ist es nicht. Im ICE mit dem Herrn Kommissar. Vielleicht.

Im ICE von München nach Frankfurt sitzt Franz Leitmayr, sitzt da einfach, als sei nix, goar nix. Jedenfalls sieht dieser Mann mit dem weißen Schopf, den skeptischen Augen und bei Bedarf auch misstrauisch gehobenen Augenbrauen aus wie Franz Leitmayr. Aber bloß nicht starren, denn was muss Kommissar Leitmayr von uns denken, wenn wir ihn anstarren wie die Erdmännchen im Zoo. Womöglich ist er undercover. Womöglich im Urlaub, endlich im Urlaub, denn was sollte er sonst in Frankfurt? Janneke und Brix unter die Arme greifen? Die kriegen das allemal alleine hin – oder jedenfalls mit Unterstützung von Fanny und Jonas, wenn Jonas nicht gerade im Frankfurter Schauspiel aushelfen muss.

Aber ist das tatsächlich ...? Soll man sich, wie in einer schlechten Agentenkomödie, hinter der Zeitung verstecken und ab und an über den Rand linsen, ob man vielleicht das charakteristische Nasenprofil zu sehen bekommt? Ach, verflixt, der Kommissar verstößt selbstverständlich nicht gegen die Vorschriften und trägt im ICE eine FFP2-Maske. Das macht die Identifikation natürlich schwerer; allerdings auch für ihn, falls er sich fragt, wer ihn da über den Zeitungsrand hinweg beobachtet, als befände man sich in einer schlechten Agentenkomödie. Apropos Komödie: Soll man ein Stück den Gang runtergehen, dann „Hilfe, Hilfe!“ rufen und „Da liegt ein Toter im Abteil! – Ist zufällig Hercule Poirot an Bord?“

Aber was um Himmels willen soll da Udo Wachtveitl von einem denken? Dass wir nicht wissen, dass Hercule Poirot eine fiktive Figur ist, außerdem längst zu alt zum Ermitteln? Im Gegensatz zu Franz Leitmayr, der den Fall des „Mordes im ICE 628 nach Essen“ auf der Stelle übernehmen könnte. Also, falls er es denn ist, der Udo Wachtveitl.

Und wenn er es nicht ist, ist das nun besser oder umso peinlicher, weil wir in diesem Fall einen Menschen anstarren, der sich fragen muss, warum wir ihn anstarren. Der sich fragen muss, ob lediglich eine Fliege auf seinem weißen Haar sitzt, vorhin im Speisewagen Tomatensuppe (nein, das ist kein Blut!) auf die Maske gekommen ist – oder ob diese Frau da schräg gegenüber finsterere Gründe hat. Ob Franz Leitmayr sie zum Beispiel vor Jahren ins Gefängnis gebracht hat und sie nun auf Rache sinnt.

Dafür würde sprechen, dass sie jetzt in Frankfurt hinter ihm hergeht – die Ausrede auf den Lippen, dass sie doch auch erst mal dem Bahnsteig bis in die Halle folgen muss. Dass sie kurz den Kopf wendet und ihm äußerst scharf nachschaut, dann demonstrativ in die andere Richtung abbiegt, um ihn in Sicherheit zu wiegen.

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