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Lust auf Bratwurst bekommt man nicht gerade beim Anblick von Schweinchen auf dem Laster von Schlachtbetrieben.
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Lust auf Bratwurst bekommt man nicht gerade beim Anblick von Schweinchen auf dem Laster von Schlachtbetrieben.

TIMES MAGER

Lastwagen

  • Judith von Sternburg
    VonJudith von Sternburg
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Das Bild eines niedlichen Schweins auf dem Laster eines Schlachtbetriebs? Im zähfließenden Verkehr muss man leider eine Weile hinschauen.

Der Trend geht zum unifarbenen Laster, auf dem nicht mehr als der Schriftzug eines Unternehmens steht, wenn überhaupt. Ein Grund dafür könnte sein, dass ansonsten Entgleisungen drohen, um an dieser Stelle direkt den Slogan „Ihre Schiene auf der Straße“ aufzugreifen. „Ihre Schiene auf der Straße“, was auch immer das letzten Endes bedeuten mag, stand mit einem Platten auf dem Standstreifen. Andererseits: Nach ein paar Stunden mit Bayern 3 war man schon froh, dass der Laster einen nicht duzte.

Rasant vorneweg fuhr hingegen das Bild von einer jungen Frau mit einem bauchfreien Pulli, bei der die zugehörige Aufschrift „Wir sind immer bereit“ alles und nichts bedeuten konnte. Eher hoffen wir: nichts. Vielleicht war die Überlegung einfach: Zeigen wir den wackeren alten Lastwagenfahrer, zeigen wir den kecken jungen Lastwagenfahrer, zeigen wir den seriösen dünnen Lastwagenfahrer, zeigen wir den fidelen runden Lastwagenfahrer – denn bereit sind bestimmt alle Beschäftigten dieser aufgeweckten Firma –, oder zeigen wir eben diese junge Frau mit dem kessen Pulli. Ach, was soll’s, nehmen wir zur Abwechslung einmal die junge Frau mit dem kessen Pulli. Vielleicht denken die Leute, die hinter so was fahren: Kesser Pulli, beim nächsten Mal beauftragen wir unbedingt diese Speditionsfirma, nicht die langweilige „Ihre Schiene auf der Straße“, die noch dazu schlechtere Reifen hat. Logisch, wenn die Typen denken, sie seien auf Schienen unterwegs.

Die junge Frau sah unternehmungslustig, geradezu aufgekratzt aus, aber noch unternehmungslustiger und aufgekratzter sah die Frau aus, die nur einen Bikini anhatte, an dessen einem Träger sie neckisch zupfte. Das war ohne Worte, und es stand auch nichts weiter dabei.

Enormer nur der Laster eines Marken-Schlachtbetriebs, wenn auch eines in Verruf geratenen Marken-Schlachtbetriebs. Auf dem Laster stand, und das ist wirklich enorm: „Tierschutz aus Sicht des Tieres“, daneben war der Tierarzt Jörg zu sehen. Ein kleines Schwein stand neben ihm und schaute vertrauensvoll zu ihm hoch. Das Schwein, sehr reinlich und niedlich, war mit Weichzeichner fotografiert, und es ging offensichtlich davon aus, dass es bei Jörg in den allerbesten Händen war. Im Fernsehen schaltet man an einer solchen Stelle um, im zähfließenden Verkehr musste man schon noch eine Weile hinschauen. Nahm es einen für den Marken-Schlachtbetrieb ein? Selbstverständlich nicht, auch bekam man gar keinen Appetit auf eine Bratwurst.

Darum also geht der Trend zum unifarbenen Laster, auf dem nicht mehr als der Schriftzug eines Unternehmens steht, wenn überhaupt.

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