Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Kolumne

Länger leben

  • Thomas Stillbauer
    VonThomas Stillbauer
    schließen

Zsa Zsa Gabor kommt einfach nicht auf die Beine. Häppchenweise gute Besserung wünschen, heißt das für seriöse Zeitungen wie die FR.

Immer wieder stehen wir vor der Frage: Alt werden – oder lieber nicht? Zsa Zsa Gabor, Star unserer Kindheit, kommt einfach nicht auf die Beine. Mitte Juli ist sie, 93-jährig, aus dem Bett gefallen. (Gut, dann eben Star der Kindheit unserer Großeltern.) Sie musste operiert werden, es will sich keine umfassende Besserung einstellen.

Nicht nur die Diva leidet unter der Sache, auch seriöse Medien haben damit Probleme. Natürlich meldete die FR, was dem Star passiert ist, hielt ihre besorgten Leser in der Rubrik „Leute“ medizinisch auf dem Laufenden (Weg der Besserung; Rückschlag; wird schon; muss doch noch in der Klinik bleiben, etc.). Bis eine jüngere Redakteurin mal nachhakte: Wen das konkret interessiere. Und überhaupt: Wer Frau Gabor eigentlich noch kenne.

Was für eine Frage! Die acht Mal verheiratete Dame, über die wir hier reden, wurde 1958 mit dem Golden Globe als „glamouröseste Schauspielerin“ ausgezeichnet! Zugegebenermaßen weiß kaum jemand sicher, wie man „Zsa Zsa“ ausspricht und fällt den wenigsten spontan einer der geschätzt sieben Millionen Filme ein, in denen Zsuzsanna Sári Gábor (Originalname), geboren 1917 in Budapest, reüssierte.

Aber man kann in staubigen Büchern nachschlagen: „Moulin Rouge“ (1952) etwa, „Frankenstein’s Great Aunt Tillie“ (1984), „A Nightmare On Elm Street 3“ (1987), „Blöd und blöder (1992)“. Manche Titel des Spätwerks deuten vage die Veränderung an, die ein Mensch im Leben durchmacht. Was also tun? Lieber alt werden? Oder bleiben lassen? Es tut einem alles weh, und niemand kennt einen mehr. Die meisten schieben die Entscheidung auf die lange Bank und leben vorläufig weiter.

Zsa Zsa Gabor wurde aus der Klinik entlassen – just an dem Tag, als die Redakteurin gegen die Häppchen-Berichte aufbegehrte. Also noch eine letzte Meldung in der „Leute“-Rubrik. Man kann ja schlecht posaunen, der alten Dame gehe es übel, und dann verschweigen, dass sie endlich heim darf. Nun berichtet Gatte Nummer 8, Frederic Prinz von Anhalt, dass seine Frau einen Rückschlag erlitten hat und wieder ins Krankenhaus musste. Wir wünschen von Herzen gute Besserung.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare