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Harry Nutt ist Korrespondent der Frankfurter Rundschau in Berlin.
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Harry Nutt ist Korrespondent der Frankfurter Rundschau in Berlin.

Times Mager

Kulturwende

  • Harry Nutt
    VonHarry Nutt
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Unabhängig davon, was Joschka Fischer tut, könnte die Beschäftigung der Grünen mit der K-Frage chronisch werden. Mit jeder weiteren Umfrage tritt immer klarer zutage, dass die Grünen im linksbürgerlichen Lager die Pole-Position übernommen haben.

Okay, Joschka will es nicht machen. So hat er es jedenfalls verlauten lassen. Für den K-Job steht das Alpha-Tier der Grünen nicht zur Verfügung. Der letzte Live-Rocker der Politik will nicht zurück auf die Bühne. Bloß keine Never-Ending-Tour wie sie der Folk-Heros Bob Dylan so bewundernswert unaufhörlich absolviert, als ginge es um den Stein des Sisyphos.

Unabhängig davon, welchen Stein Joschka Fischer vor sich her rollt oder liegen lässt, könnte die Beschäftigung der Grünen mit der K-Frage chronisch werden. Mit jeder weiteren Umfrage tritt immer klarer zutage, dass die Grünen im linksbürgerlichen Lager die Pole-Position übernommen haben. Thematisch, personell und habituell. Deutschland trägt grün, und man hat derzeit nicht den Eindruck, als handele es sich dabei um eine modische Übergangserscheinung.

„Grün schlägt rot“ schrieben 1997 die Politologen Andrei Markovits und Philip S. Gorski in ihrem gleichnamigen Buch und vertraten darin die These, dass die Sozialdemokratie immer weniger in der Lage sei, das gesamte linke bundesrepublikanische Spektrum zu integrieren. Dass sich auch die SPD mit immer neuen Namen in der K-Frage engagiert, scheint den sportlich daherkommenden Titel des Buches von Markovits/Gorski zu bestätigen.

Das jüngste Indiz für den Machtanspruch der Grünen ist eine Einladung, die Jürgen Trittin, Claudia Roth und Agnes Krumwiede verschickt haben. Sie laden am 10. Mai zu einem Kulturabend nach Berlin ein. „kulturmitdenken“ heißt es da anspielungsreich klein- und zusammengeschrieben. In zwei Bühnengesprächen soll es im Haus der Kulturen der Welt um Theater, Oper und Tanz gehen. Was man auf Bühnen eben so macht.

Dass die Grünen eine Partei der Selbermacher sind, wird dabei von Agnes Krumwiede dokumentiert, die auf Youtube dadurch berühmt geworden ist, dass Trittin im Bundestag einmal mehrdeutig hinter ihr her gesehen hat. Jetzt soll die kulturpolitische Sprecherin und gelernte Pianistin von der Bühne aus auf Trittin herabschauen und zum neuen Kulturverständnis der Partei aufspielen. Grün schlägt nicht nur rot. Die Kulturwende ist in vollem Gang.

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