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Noch sind die Türen offen und der Sprint zur Bahntür beginnt.

Times mager

Kriegen

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Die ist noch zu schaffen, jetzt aber hurtig.

Die ist noch zu kriegen, hurtig hin. Wer drinnen ist, stellt sich gleich vor, es könnte ruhig losgehen. Da kommen aber zwei lachende Mädchen herangehüpft, jetzt noch drei. Vier. Kein Problem, hat auch noch nicht gepiepst. Da piepst es aber. Die Frau mit dem Kinderwagen kommt noch rein, nun das Piepsen, während die Männer, die sich unterhalten und etwas unkonzentriert sind, ihre Koffer wuchten.

Hat inzwischen nämlich zwar gepiepst, bleibt aber sicherheitshalber offen, so dass auch die Leute, die gerade die Rolltreppe herunterrennen, noch hineinspringen können. Es piepst und piepst, was soll’s, denken die Leute, im Schwall wird man nicht eingeklemmt. Jedenfalls nicht schlimm eingeklemmt. Trotzdem haben sie übertrieben. Irgendwas hakt da. Nein, es ist ein höflicher Mann, der dem anderen Mann aufhält, daraufhin aber auch der Frau dahinter, die allerdings auf eine weitere Frau warten muss, die ein Kind an der Hand zieht, das sich lieber in Ruhe um seine Puppe kümmern würde, die ihre Jacke nicht richtig zugeknöpft hat. Es piepst auch gar nicht mehr.

Also nehmen die Schülerinnen und Schüler Tempo auf, die die Treppe herunterkommen, lohnt sich noch, absolut, auch dem Fahrer scheint es recht zu sein. Passt, und nun wächst wirklich die Erwartung, sicher geht es los, sobald die alte Dame es geschafft hat, für die der höfliche Mann noch einmal aufhält. Die alte Dame hinkt, es piepst jetzt doch wieder, das ist nicht fein, der höfliche Mann bleibt stehen, denn eine abgebrochene Höflichkeit ist eine Schweinigelei, auch beeilt sich die alte Dame nach Kräften. Müsste sie aber nicht, denn der nächste Schwall Menschen kommt herunter, und der Strom reißt vorerst nicht ab, nimmt die alte Dame sanft mit. Alle drin. Es piepst.

Der Mann wirft sich voll rein, Aktentasche voraus, die Aktentasche klemmt bereits, als der Mechanismus doch weicht. Die Frau, die sechs lachenden Mädchen, die Frau mit dem Kinderwagen, die Männer mit den Koffern, der Schwall, die Frauen mit dem Kind mit der Puppe, die Schülerinnen und Schüler, die alte Dame, der nächste Schwall und vermutlich selbst der höfliche Mann, schauen sie jetzt nicht ein wenig gereizt? Wer hält denn da den Laden auf? Der Mann mit der leider gänzlich unversehrten Aktentasche senkt den Kopf und schiebt sich in die Mitte. Ziemlich voll inzwischen. Es piepst. Die Familie schafft es noch. Der Mann mit Hund schafft es nicht mehr. Doch, er schafft es auch noch. Die ist noch zu kriegen, wird er denken, hurtig hin.

Was ist das Totentänzlein über uns auf der Mainbrücke gegen die Befüllung einer U4 am Willy-Brandt-Platz gegen 18 Uhr.

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