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Um also tiefer in den Tunnel zu blicken, erfährt man, dass zukunftstaugliche Innovation, oft weder in Entwicklungslaboren noch in Thinktanks entsteht. 

Times mager

Kreativ

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Finden Sie auch, dass die Zukunft ein „Risky Project“ ist? Dann sind Sie in der Kreativbranche genau richtig.

Zukunftsweisend ist auch so ein Wort, bei dem die Lämpchen angehen sollen, ohne dass dabei zwangsläufig und gleichzeitig auch ein Licht aufgeht, denjenigen, die es benutzen, denjenigen, die es zu hören bekommen, auch wenn am Ende eines unbeleuchteten Tunnels etwas zu sehen sein soll – Sie wissen schon.

Nun ist es allerdings mit dem Tunnelblick nicht sehr weit her, er schränkt vielmehr stark (sehr weit) ein. Um in der wenig erfreulichen Sache Abhilfe zu schaffen, wurde die Kreativwirtschaft ins Leben gerufen, eine Branche, die seit geraumer Zeit den Durchblick hat. Die es allerdings nicht dabei belassen kann. Also unternimmt sie ununterbrochen einiges, um für ihre Sache zu werben, auf dass man über sie redet. Es ist nicht ganz einfach, dass man mit seinem Gerede auch durchkommt, denn auf dem freien Markt des Geredes herrscht ein dermaßen großes Stimmengewirr, dass sich eine einzelne Stimme kaum noch heraushören lässt, darunter eine, die nun auch schon ein Jahrzehnt dabei ist, wie jetzt zu lesen in einer Pressemitteilung unter dem Stichwort „Ein Jahrzehnt Kultur- und Kreativpiloten: Spiegel und Inkubator der Branche“.

Nicht alles an dieser Formulierung erklärt sich von selbst, da ist es gut, wenn die „Branche“ dann doch näher erläutert und als „Querschnittsbranche“ definiert wird, als „zukunftsweisende Querschnittsbranche“. Wem da nicht ein Licht aufgeht (siehe oben)!

Um also tiefer in den Tunnel zu blicken, erfährt man, dass „zukunftstaugliche Innovation“, im Gegensatz zur Meinung landauf, landab, „oft weder in Entwicklungslaboren noch in Thinktanks“ entsteht, sondern „in Unternehmen der Kultur- und Kreativwirtschaft“ (siehe oben), die sich durch vielerlei auszeichnet (als da im folgenden aufgelistet sind): „intrinsische Motivation und Impulse für neue Denk- und Arbeitsweisen“, „Networking“, „Cross-Innovation“, „Wagnisprojekte“. In den Kreativkontext gehören „Schlagworte wie Prototyping, Reframing, Creativ Impact und Soft Innovation“, nicht zu vergessen „Risky Projects“ – selbstverständlich ließe sich aus der nicht einmal zweiseitigen Pressemitteilung hermeneutisch einiges herausholen für die Zukunft - eine Zukunft, die sich nicht nur weisen, sondern tauglich sein soll.

Das allerdings ist wohl nur dann gewährleistet, wenn am Ende des Tunnels nicht nur ein Lichtlein brennt, nicht nur eines oder vielleicht auch zwei, sondern „das Leuchtturmprojekt Kultur- und Kreativpiloten“.

Leuchtturm – diese Marketingmetapher fehlte noch. Sie aufzugeben, wäre ungemein kreativ.

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