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Nein, dass darf man nicht über die Grenze bringen.
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Nein, dass darf man nicht über die Grenze bringen.

Times mager

Krautsalat

  • Sandra Danicke
    VonSandra Danicke
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Vor einigen Tagen wurden zwei Männer festgenommen, nachdem neuseeländische Polizeibeamte mehrere Gerichte der Fast-Food-Kette Kentucky Fried Chicken bei ihnen gefunden hatten.

CNN berichtete, dass zwei Männer zehn Packungen Krautsalat, drei Eimer Chicken-Wings, fünf Tüten mit anderen Hühnchengerichten und eine unbekannte Menge Pommes im Gepäck hatten. Die beiden waren von Hamilton aus auf dem Weg ins 70 Meilen entfernte Auckland. Als die Kerle bemerkten, dass die Polizei ihnen auf der Spur war, sollen sie einen filmreifen U-Turn hingelegt und sich stante pede auf die Flucht begeben haben. Es nützte nichts. Jetzt droht den Männern ein halbes Jahr Gefängnis, weil sie gegen Gesundheitsmaßnahmen verstoßen haben.

Wie schön, denkt man im ersten Moment, dass Auckland seine Hühner vor Massentierhaltung und seine Menschen mit radikalen Maßnahmen vor dem Verzehr von ungesundem Fast Food bewahrt. Man kennt ja die Gerüchte, die über KFC im Umlauf sind. Falls nicht, hier ein paar Stichworte: Mutantenhühner, frittierte Ratte, frittiertes Küchentuch (blau). KFC hat wahlweise dementiert (Mutant, Ratte) oder sich entschuldigt (Tuch) und ein Gratis-Menü als Entschädigung angeboten (abgelehnt). Wäre so ein Fast-Food-Verbot nicht auch bei uns eine Überlegung wert? (Kleiner Scherz, wir schaffen hier ja noch nicht einmal einen Veggie-Day in der Kantine.)

In Wahrheit ging es allerdings gar nicht um Tierwohl und Cholesterinwerte. Die beiden Männer hatten mit dem Versuch, ihren Lebensmittelkauf über die Stadtgrenze zu bringen, gegen Corona-Auflagen verstoßen. In Auckland herrschte unlängst ein strenger Lockdown. Merkwürdig scheint allerdings, dass von den Maßnahmen auch tote Tiere und geraspelter Weißkohl betroffen zu sein scheinen. Wenn es bloß darum ging, dass die Männer nicht einfach so mir nichts dir nichts in die Millionenstadt hineinfahren durften, warum hat die Polizei dann akribisch aufgelistet, was sich im Wagen befand? Ist es in Neuseeland womöglich verboten, Krautsalat aus der Peripherie in die Stadt zu schmuggeln? Sollen auf diese Weise lokale Rezepte geschützt, Traditionen bewahrt werden? Hält Auckland ein Krautsalatmonopol? Anscheinend wäre es weniger strafwürdig gewesen, wenn die Männer ohne Verpflegung in die Stadt gefahren wären.

Außer dem Essen, befanden sich, laut Polizei, Geld (umgerechnet etwa 60 Euro), sowie „empty ounce bags“, leere Unzen-Beutel im Besitz der Straftäter. Man scheint davon auszugehen, dass die Burschen das kalte Fast-Food gegen heiße Ware tauschen wollten. Womöglich haben sie in Auckland also gar keinen Krautsalat.

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