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  • Judith von Sternburg
    VonJudith von Sternburg
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Raphaela Edelbauers Roman „Dave“, der in einer problematischen Zukunft spielt, ist bereits beunruhigend in der Gegenwart.

Auf der einen Seite funktioniert das alles ausgezeichnet. Auf der anderen Seite: Wenn der Chef während der Telefonkonferenz in seinem Terminkalender blättert, klingt es, als würde er die Büromöbel verschieben und zwar rabiat. Da es in diesen seltsamen Tagen näherliegt, rabiat Büromöbel zu verschieben als in einem Terminkalender zu blättern, weiß man auch gar nicht, was man von seinem Hinweis (das sei nur der Terminkalender) halten soll. Natürlich gibt es auch die Möglichkeit visueller Verbindungen. Visuelle Verbindungen sind aber nicht jedermanns Sache und auch nicht die Sache jeder Maschine – um an dieser Stelle einmal sehr kurz zusammenzufassen, was alles machbar ist, aber niemals sehr kurz.

Sehr kurz sind hingegen die schriftlichen Benachrichtigungen, die den ganzen Tag und die halbe Nacht über hin und her fliegen. Kurze schriftliche Benachrichtigungen bedürfen eines besonderen Fingerspitzengefühls, aber dieses ist eine Rarität. Wie sich auch daran zeigt, dass der Hauptgrund für die Bitte, die Mikros stumm zu schalten, nicht die bellenden Hunde und quäkenden Kinder sind (hier herrschen Wohlwollen, Respekt, gegebenenfalls Mitgefühl), sondern das Herumdonnern auf den Tastaturen. Heißt das aber nicht, dass die meisten weiterarbeiten, während die Konferenz in vollem Gange ist? Absolut, genau das heißt das.

Kommen wir lieber noch einmal auf Raphaela Edelbauers Roman „Dave“ zurück, der in einer problematischen Zukunft spielt. Aber weiterhin kommuniziert der Mensch, was das Zeug hält. Hier werden sogar Zettel unter Türen hindurchgeschoben, aber das ist selbst unsereinem zu anachronistisch. Interessanter ist, dass man auch in Zukunft in die Zukunft schauen wird. Dem Ich-Erzähler wird ein innovatives Programm vorgestellt, bei dem eine KI die zeitzehrenden Nachrichten an den Partner oder die Partnerin schickt. Das leuchtet eh ein, aber auch beide Seiten können diesen Dienst nutzen. „,Beide?‘, frage ich ungläubig. ,Wozu soll man eine solche Kommunikation anstreben, wenn keiner von beiden sie mehr mitbekommt?‘ ,Eben!‘, sagte sie“, denn umso größer sei doch die Ressourceneinsparung.

Und hier noch ein zweites „Dave“-Beispiel, diesmal blickt der Ich-Erzähler zurück. Schon auf der Uni hat er gelernt: Angesichts der Sicherheit von Datenbanken sei der beste Weg, an eine Information zu kommen, „noch immer der, den die Phone- Phreaks in den 50ern (den 50ern welches Jahrhunderts? d. Red.) entdeckt haben: Höflich danach zu fragen“. Also ruft der Erzähler einfach mal an und kommt endlich einen großen Schritt weiter.

Manchmal ist man gar nicht so sicher, ob „Dave“ überhaupt ein Science-Fiction-Roman ist.

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