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Times Mager

Konsum

Früher arbeiteten wir in einem schlauchförmigen Büro. Vorne wurde geraucht, saß der Chef und stand die Filterkaffeemaschine. Mehrmals am Tage erklang der Ruf, der Kaffee sei fertig. Von Judith von Sternburg

Früher arbeiteten wir in einem schlauchförmigen Büro. Vorne wurde geraucht, saß der Chef und stand die Filterkaffeemaschine. Mehrmals am Tage erklang der Ruf, der Kaffee sei fertig. Dann konnte man sehen, wie altehrwürdige, landesweit renommierte Redakteure nicht etwa nach vorne liefen, sondern hechteten, mit dem Ellenbogen routiniert die gleichfalls hurtig, aber scheuer tippelnden Volontäre zwischen die Bürotische schubsend. Das war ein hartes Leben, aber auch übersichtlich.

Längst hat sich der Markt diversifiziert. Hier brobbelt ein Espressokännchen, dort drängelt sich das Wasser zischend durch einen Kaffeebeutel. Es gibt Seilschaften, die zu anliegenden Kaffeeanbietern huschen. Andere erwerben Anteile an einer vollautomatischen Maschine mit eindrucksvoller Produktpalette. Die Filterkaffeemaschine ist darüber ins Hintertreffen geraten. Dort an der Wand schnauft sie aber treu und nur eine Spur verkalkt.

Obgleich mancher Jungspund von heute lieber einen bekömmlichen Rooibush-Tee aufbrüht, spielen Herstellung und Konsum von Kaffee also im Leben und Streben der Büroangestellten weiter eine wichtige Rolle. Insofern ist das Ergebnis einer Studie der Universität Bristol von Interesse: Dort ist - und bitte übrigens keine Witze über kaffeekochende Briten - nachgewiesen worden, dass Kaffee nicht munter macht. Bei regelmäßigen Trinkern gleicht er lediglich seine eigene negative Wirkung aus. Bei den Tests waren die geübten Trinker, die Koffeinpillen bekamen, nicht wacher als die Nicht-Trinker, die Placebos einnahmen. Übel dran waren regelmäßige Trinker auf Entzug. Sie litten unter starkem Kopfweh. Dies, äh, können wir bestätigen, sehen allerdings keinerlei Zusammenhang zum Kaffeekonsum.

Das ist nicht ganz neu, sei aber noch nie mit so vielen Probanden getestet worden, hieß es weiter. Etwas blöd ist es auch. Aber schon zeichnet sich ein versöhnlicher Ausgang ab. Denn am allerübelsten dran sind die, die unregelmäßig Kaffee trinken. Dann weiß der Körper gar nicht mehr, was er damit anfangen soll. Das entspricht nun wieder ganz unserer Devise: Entweder - Oder. Und die weiterhin äußerst übersichtliche Lösung lautet: Entweder.

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