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Der Faschings-Tatort unter Beschuss
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Der Faschings-Tatort unter Beschuss

Times Mager

Kombattanten

Wie war der Faschings-Tatort?

Die Faschingswoche hat schlecht angefangen. Die Leute streiten immer noch über den Faschings-Tatort vom vergangenen Sonntag. Die einen fanden ihn top, die anderen okay, die dritten bescheiden. Weitere Personen disqualifizieren sich, weil sie ihr Wissen aus der FR oder der „TV Spielfilm“ nehmen. Das freut Redakteure aus Prinzip, giltet aber am Montag trotzdem nicht mehr.

Folgende Fragen also stehen im Raum: War er besser oder schlechter, als in der Zeitung stand, oder war er genau so? Und war der Witz, dass es in Köln gefährlich ist, Fasching zu sagen, wirklich so blöd? Und wie verhält es sich damit, in Frankfurt Fasching zu sagen? Wurde das nicht ebenfalls einst mit zwei Stunden schlechter Laune des Volontärsausbilders bestraft? Da doch der Frankfurter und erst recht die zugezogene Frankfurterin Fastnacht sagen und erst recht schreiben muss, besser noch: Fassenacht? Und war der anschließende Island-Krimi nun besser oder schlechter als der Tatort? Und war die Nachtschicht am Montagabend besser oder schlechter als der Tatort (und das, obwohl die Nachtschicht eindeutig besser war, obwohl der Tatort auch gar nicht so schlecht war, manchmal sind solche Diskussionen praktisch nicht auszuhalten)? Und wie lange ertragen die, die nie den Tatort sehen, es noch, dass über den Tatort gesprochen wird?

Der Tatort spielt seinerseits im Vorfeld eines 11.11., ist aber dazu angetan, einem die Freude an der Faschingswoche von Grund auf zu nehmen. Darum wirkt es ulkig, wie fleißig der WDR seit der Ausstrahlung damit beschäftigt ist, Kölner Faschingssendungen anzupreisen, die doch kein Tatort-Zuschauer mehr nett verkleidet zum Rumsahnekreppel wird anschauen wollen. Ein Kuriosum ist das nur scheinbar. Immer schon lebte der Fasching von dieser Spannung. Durch die Mainzer Nächte kommen einem derzeit allenthalben geschäftige Gardisten entgegengeeilt oder müde Masken auf dem Heimweg.

Vielleicht findet es der eine oder andere albern, in der FR dermaßen penetrant das Wort Fasching zu verwenden. Hierzu bloß Folgendes: Ein handgeschriebener Leserbrief, der gleichwohl durch eine unleserliche Unterschrift und einen absenderfreien Umschlag anonym blieb – eine Mischung aus uralter Kulturtechnik und dem schändlichen Versteckspiel des Netzkommentars –, enthielt soeben die Frage, was „Kombattanten“ seien, ob es dafür kein deutsches Wort gebe und warum wir dieses dann nicht benutzten. Seither ist der Drang, das Wort Kombattanten zu benutzen, schier nicht mehr zurückzudrängen. Auch nicht ideal.

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