Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Selbst Heiden haben am 06. Januar frei -zumindest die in Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen.
+
Selbst Heiden haben am 06. Januar frei -zumindest die in Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen.

Times mager

Könige

  • Stephan Hebel
    VonStephan Hebel
    schließen

Unsere Recherche ergab erfreuliche Tatsachen zum 6. Januar insgesamt, soweit es noch fernere Länder betrifft als Sachsen-Anhalt.

Im Caféhaus erzählte der Gestresste mit der Glatze von einem Kollegen in Sachsen-Anhalt, der an diesem 6. Januar nicht gearbeitet habe. Die Begründung habe gelautet, es herrsche dort ein gesetzlich vorgeschriebener Feiertag, um die „Heiligen drei Könige“ zu würdigen. Wahrscheinlich, kommentierte der ansonsten Gemütliche mit den Locken, wisse der Ostmensch nicht einmal, was „Epiphanie“ bedeute. Er, so der Gemütliche, wisse das zwar auch nicht, aber er habe ja auch den lieben langen Tag gearbeitet.

Der Gestresste mit der Glatze stellte ergänzend die Frage in den Raum, warum ein ganzes Land voller Heiden wie Sachsen-Anhalt einen Tag begehe, an dem die nicht mal mit der Lupe zu findenden Katholiken der Gegend der Ankunft ihres Herrn Jesus in der Welt der Menschen gedächten. Was, nebenbei, mit drei Heiligen rein biblisch nichts zu tun habe, sondern höchstens mit drei Weisen oder Sterndeutern aus dem Morgenland, die sich sozusagen im Lauf der Jahrhunderte von ihrer möglicherweise realen Existenz weg- und zu dem hinentwickelt hätten, was sie heute angeblich seien, aber auch davon habe der Sachsen-Anhalter keine Ahnung. Oder auch -Anhaltiner, selbst das sei nicht ganz klar.

Im Heidenland

Wenn irgendwo im Caféhaus oder draußen in der Welt jemand sei, hob jetzt der Gemütliche für alle hörbar an, der die Einführung des unverdienten Feiertages im Heidenland erklären könne, dann möge er sich melden. Vielleicht, überlegte der Gestresste laut, sei es so ähnlich wie bei Pegida: Heiligenverehrung ohne Religion und Rassismus ohne Ausländer, wo sei da der Unterschied? Dieser Vergleich, so nun wieder der Gemütliche, der gerade etwas ungemütlich wurde, sei in etwa so weit hergeholt wie ein heiliger Dreikönig in Aschers- oder Oschersleben.

Unsere eigene Recherche ergab zwar erfreuliche Tatsachen zum 6. Januar insgesamt, soweit es noch fernere Länder betrifft als Sachsen-Anhalt, also zum Beispiel Spanien, wo die Kinder zum Fest der Heiligen drei Könige ihre Geschenke bekommen, womit eine quasi permanente Weihnachtsfeier, die am 24. Dezember beginnt, ihren Abschluss findet. Allerdings fanden wir statt einer Erklärung für die sachsen-anhaltische Arbeitsverweigerung lediglich die Seite „Feiertag mit Shopping-Potenzial“. Die redaktionellen Einkaufstipps für Feiertags-Opfer (Ausweichen in arbeitende Nachbarländer) waren von werblichen Hinweisen umgeben, die „Goldbären“, „Potenzmittel ohne Rezept“ und eine „Schlaganfall-Studie“ betrafen. Wir brachen sofort wieder ins Caféhaus auf, wo wir den Sternsingern zuhörten.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare