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Times Mager

Köln heute

Das Schauspiel Köln ist zum Theater des Jahres gewählt worden – völlig zu Recht, meint unser Autor. Nirgendwo sonst wird schließlich so viel über die Kölner geredet.

Das Kölner Schauspiel lebt im Zeitlosen. Schaut man auf die Website des Hauses, findet man nichts über seine Vergangenheit. Diese Vergangenheit beginnt irgendwo im 18. Jahrhundert, 1782 soll ein erster städtischer Theaterbau fertig gewesen sein. Bis vor kurzem wollte die Stadt schon wieder das Theater abreißen, Geschichtslosigkeit hat ihre Folgen.

Die Geschichte der einstigen Avantgarde- und heutigen Establishment-Zeitschrift (wobei das ästhetisch gesehen fast auf das Gleiche rauskommt) Theater heute ist nun 50 Jahre alt und in 600 Heften gut dokumentiert. Jetzt treffen sich Köln und Theater heute. Im Jubiläumsheft haben 42 Kritiker das Schauspiel Köln in der traditionellen Umfrage zum unangefochtenen Sieger des Jahres in der Kategorie „Beste Gesamtleistung eines Theaters“ gewählt. Vollkommen zu Recht. Köln hat zur Zeit das verwobenste, kommunikativste, aktuellste Theater des Landes. Jahrzehntelang hatte Köln eigentlich gar kein Theater mehr. Seit Karin Beier Intendantin ist, sieht man dort früher als anderswo internationale Theatermacher, die Sachen machen, die man vorher nicht gesehen hatte. Und auf einmal hat man – das ist ein Wunder – das Gefühl, dass das Theater ein Teil der Stadt ist. Im Theater der Kölnerin Beier wird fast immer auch über die Kölner geredet und gespielt, ob sich die Aufführung nun explizit mit der Stadt beschäftigt oder nicht. In einem unspektakulär-klugen Aufsatz beschreibt Gerhard Preußer das im Heft. Da wird sogar der schrammelige Bau Teil des neuen Kommunikationszusammenhangs, den die Kölner – auch dank Beier – nun nicht wegreißen.

Ansonsten, Inszenierung des Jahres: „Die Schmutzigen, die Hässlichen und die Gemeinen“ von Karin Beier, Stück: „Der Goldene Drache“ von Roland Schimmelpfennig, Nachwuchsautor des Jahres: Nis-Momme Stockmann, Nachwuchsregisseur: Antu Romero Nunes, Schauspieler des Jahres: Fabian Hinrichs, Paul Herwig, Annette Paulmann, Sandra Hüller und Margit Bendokat.

Das Ärgernis des Jahres aber bleibt, dass sich fast alle Kritiker in der gleichnamigen Rubrik immer und immer wieder über die Politik aufregen, nie aber über das Theater. Kritiker!

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