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Kein Internet in der S-Bahn? Aber was, wenn  „Business“ passiert!?

Times mager

Klein-Kleckersdorf

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Mit dem Ei-Ding zwischen Frankfurt-City und Frankfurt-Airport. Das nimmt jedenfalls der Mitreisende an, der einiges zu beklagen hat.

Wenn Sie das noch nicht erlebt haben, gehen Sie besser wieder nach Klein-Kleckersdorf. Wenn Sie was noch nicht erlebt haben? Das: Sie sitzen in der S-Bahn von Frankfurt-City (früher: Hauptwache) nach Frankfurt-Airport (für Klein-Kleckersdorfer: Flughafen) und denken sich nichts Böses, aber plötzlich passiert Ihnen ein Geschäft.

Bevor Sie nun anfangen, an der Formulierung herumzudeuteln: Das Geschäft quillt direkt aus dem, was Sie in Klein-Kleckersdorf wahrscheinlich „Telefon“ nennen würden (in Business-Kreisen dagegen müssten Sie dem Ding einen Namen geben, der auf jeden Fall mit „Ei“ anfängt, so wie Ei-Fon, und auf keinen Fall mit „Ei“ aufhört, so wie „Huawei“, sonst sind Sie eh schon raus).

Das Geschäft quillt also aus Ihrem Ei-Ding, und so muss es auch sein, aber es geht halt nur, wenn Sie eine schöne Internetverbindung haben in Ihrer S-Bahn von Frankfurt-City nach Frankfurt-Airport, und bitte bedenken Sie, dass die Fahrt 14 (in Worten: vierzehn!) Minuten dauert. Frage: Wann waren Sie zuletzt 14 (vierzehn!) Minuten ohne WLAN oder LTE, von Ihren Aufenthalten in Klein-Kleckersdorf abgesehen?

Kürzlich begab es sich, dass ein Mann mit Ei-Dings in der S-Bahn von einer Fahrt in der S-Bahn berichtete. „Von Frankfurt-City bis Frankfurt-Airport: nichts!“, röhrte er, und da am anderen Ende dessen, was man früher eine Leitung nannte, die Empörung offenbar noch nicht recht ausgereift war, hob er erneut an: „Nichts! Von Frankfurt-City bis Frankfurt-Airport! Frankfurt-City–Frankfurt-Airport, bitte schön, das ist doch nicht Klein-Kleckersdorf! Da passiert Business!“

Um den Telefonierenden herum breitete sich bei den Mitfahrenden ein spürbares Mitgefühl aus. „Kein WLAN, kein LTE“, raunte man einander zu, „was ist aus den Menschenrechten geworden?“ Besorgt ging die Frage um, was aus dem Business mal werden solle, wenn es selbst in der S-Bahn nicht mehr passiere, und zwar keineswegs in Klein-Kleckersdorf, sondern auf dem Weg von Frankfurt-City nach Frankfurt-Airport, also einer Reise von 14 (vierzehn!) Minuten Dauer!

Der Mann mit dem Ei-Ding hatte inzwischen das Thema gewechselt und trötete die neuesten Entwicklungen in Personalfragen durch die S-Bahn, die Vor- und Nachnamen der betroffenen Personen vollständig ausrufend, so dass jede und jeder sie hörte.

Jemandem fiel auf, dass die S-Bahn nicht zum „Airport“ fuhr, sondern nach „Groß-Karben“. Nichts gegen Groß-Karben, aber: ob der Mann mit dem Ei-Ding wusste, wo er enden würde?

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