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Es ist keine Kunst, ein Buch zu kaufen, aber es unterzubringen, gehört zur hohen Schule der Stauraumaufteilung.
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Es ist keine Kunst, ein Buch zu kaufen, aber es unterzubringen, gehört zur hohen Schule der Stauraumaufteilung.

Times mager

B.

  • Judith von Sternburg
    VonJudith von Sternburg
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Ein hauswandgroßes Obdach für eine Privatbibliothek – auch das hat das Deutsche Romantik-Museum in Frankfurt zu bieten.

Kürzlich präsentierte auf Twitter ein junger Mann seine drei (3) Markenregale, in denen einige Bücher standen. Aber es war noch viel Platz, darum schrieb der junge Mann dazu: Er habe jetzt drei (3) der bewussten Regale und müsse sich wohl ein paar Bücher kaufen. Stünde einem der junge Mann näher, so müsste man sich jetzt dazwischenwerfen und rufen: Tu es nicht, kauf niemals ein Buch, weil du glaubst, du hättest viel Platz dafür, der Platz wird nicht reichen, niemals. Dazu könnte man die zwölf (12) Markenregale zeigen, die mit Mühe und Not in eine kleine Wohnung passen, wegen der Büchertürme davor allerdings kaum zu sehen sind.

Es ist keine Kunst, ein Buch zu kaufen, aber es unterzubringen, gehört zur hohen Schule der Stauraumaufteilung. Zum Beispiel: Wie viele andere Gegenstände (Kleiderschrank, Kommode, Klapptischlein) braucht man so dringend, dass man stattdessen nicht ein weiteres Markenregal unterbringen könnte? Lässt sich durch entschlossenes Zusammenstellen der alten Suhrkamp-Werkausgaben (die, die sich leider von selbst auflösen, Brecht weiß, Hesse blau) womöglich das problematische vierte Brett einplanen? Denn die unverbrüchliche Treue zum Markenregal ändert nichts an den suboptimalen Wahlmöglichkeiten für die Brettabstände.

Andererseits würde man dem jungen Mann, stünde man ihm näher, vielleicht auch gerade nicht in den Arm fallen, welcher soeben die Tür zur Buchhandlung öffnen will. Es liegt ein großer Trost darin, dass auch ein Mensch nachkommt, der sich unter dem Besitz eines Buches etwas Begehrenswertes vorstellt. Warum soll unsereiner ihm die Hoffnung rauben, es in seinem Leben unterzubringen?

Aber wie kommen wir denn jetzt überhaupt darauf? Weil das Deutsche Romantikmuseum in Frankfurt im Foyer ein hauswandgroßes Obdach für eine Privatbibliothek zur Verfügung gestellt hat. Die Privatbibliothek eines verstorbenen Deutschlehrers, Jahrgang 1932. Sie wäre längst den Weg alles Irdischen gegangen ohne diese Idee, zu der auch ein Fernrohr gehört, mit dem man näher an die Bücher herankommt. Ein hauswandgroßes Bücherregal ist die Lösung einiger Probleme, dafür treten andere Probleme auf. Zur Bücherwand im Deutschen Romantikmuseum, um das klar zu sagen, ist das letzte Wort noch nicht gesagt.

Die noch jüngere Verwandte, der es an Klugheit nicht mangelt, und sie liest auch gerne, habe sich, erzählt die Mutter, „vor einiger Zeit von ihren Büchern getrennt“. Sie ist 19 (neunzehn). Es kommen härtere Tage, stemmen wir uns noch eine Weile dagegen, kaufen wir rasch ein Buch.

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