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Unverkennbar: Auch sie glaubten an die Beatles.

Times mager

Help! Auch die Beatles verdienen einen Feiertag

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Was wäre Karfreitag für ein Feiertag, wenn sich nicht vor 50 Jahren die Beatles aufgelöst hätten.

Am Karfreitag erscheint leider keine Frankfurter Rundschau, denn an diesem Tag trennen sich die Beatles, liebe Musikfreundinnen und Musikfreunde. Und es ist nicht wie bei dem anderen jungen Mann, der morgen stirbt, ein paar Tage später wieder aufersteht, als wäre (fast) nichts gewesen, und bis in alle Ewigkeit (amen) von Milliarden Leuten für lebendig erklärt wird. Nein, bei den Beatles ist es endgültig.

Gewesen. Denn natürlich sterben die Beatles nicht am Freitag, sondern am Freitag vor 50 Jahren, was nichts daran ändert, dass es sie übermorgen nicht mehr gibt, im Gegensatz zu dem anderen Langhaarigen, der Freitag vor knapp 2000 Jahren starb. Und dem zu Ehren immer noch dieser Freitag ein Feiertag ist, der Sonntag und der Montag. Und noch zwei an Pfingsten. Und noch zwei im Dezember.

Auch die Beatles verdienen einen Feiertag

Welcher Tag ist zu Ehren der Beatles ein Feiertag? Da sehen Sie’s. Und dabei sind wir uns bei den Beatles sehr sicher, dass es sie gegeben hat. Von den Beatles existieren Ton-, Film- und Fotoaufnahmen ohne Ende. Was existiert von dem anderen Langhaarigen außer einem dubiosen Bettlaken und einem Buch voller befremdender Geschichten? Keine Ahnung, was Sie glauben, aber in meinem Bekanntenkreis glauben alle an die Beatles.

Um die Ungerechtigkeit perfekt zu machen: Anfang März 1966 erklärte John Lennon in einem Interview, die Beatles seien nun populärer als Jesus. Was die Menschheit nicht davon abhielt, Anfang April 1966 sowie in sämtlichen folgenden Märzen und Aprilen weiterhin Jesus und diesen Hasen zu feiern. Wie das ausging, ist bekannt: 1970, nach einem weiteren Osterfest ohne ausdrückliche Huldigung der vier Fabelhaften aus Liverpool, verkündete Paul McCartney: Isch over.

Der Osterhase kommt, aber die Beatles gibt es nicht mehr

Und jetzt stehen wir da mit unseren Schlappohren. Schon Anfang der Siebziger heulten kleine Jungen, weil sie, während sie ihr allererstes Lieblingsalbum („Help!“) mit dem Zehn-Platten-Wechsler der Eltern ruinierten, erfuhren: Die Beatles gibt’s gar nicht mehr. Sorry, Bub. Die haben sich neulich aufgelöst. Aber bald kommt der Osterhase.

Es ist ohne die Beatles nicht sehr vieles besser geworden auf der Welt. Wir haben jetzt Internet, gut, das hilft ein bisschen, wenn man sich vor einem Virus verstecken muss, auch wenn das immer noch paradox klingt.

Als die Tränen getrocknet waren, irgendwann, besorgte sich der Bub mehr Schallplatten der Beatles und kreuzte auf dem beiliegenden Blatt für sich an, welche seine Lieblingssongs waren. Am Ende hatte er alle Songs markiert, von „Love Me Do“ bis zur „Long and Winding Road“. Danke, Fab Four, danke, immer wieder danke, und ersteht endlich auf, Herrgott noch mal! Dieser Hase kann doch nicht singen.

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