Feuerwerk über dem Washington Monument während Demonstranten gegen die Nominierung Donald Trumps zum republikanischen Präsidentschaftskanditaten protestieren.
+
Donald Trump schreibt in sein Tagebuch: die Leute haben auch so gejubelt.

Times Mager

Donald Trump, der müde aber glückliche Kandidat

  • Stephan Hebel
    vonStephan Hebel
    schließen

US-Präsident Donald Trump hält eine Rede und schreibt wieder einmal in sein Tagebuch.

Liebes Tagebuch, wenn Du mich fragst, wie es mir geht: Ich bin müde, aber glücklich. Ich bin jetzt wieder ein richtiger Kandidat, sagt Jared, und ich erst so: Aber Schwiegersöhnchen, ich bin doch schon Präsident! Aber der Herr Kushner weiß es natürlich wieder besser: Geht beides, Präsident und Kandidat, sagt er. Komisch, aber okay, dann war das halt eine Kandidatenrede.

70 Minuten hätte ich geredet, sagt Jared, aber ehrlich gesagt: Mir kam es vor wie nicht mal eine, so kurzweilig habe ich gesprochen! Jetzt aber wieder der Schwiegersohn: Na ja, eine Minute hätte auch gereicht für das, was Du im Endeffekt zu sagen hattest. Ich so: Und wer, bitte, hat den Sermon aufgeschrieben? Ha, da schweigt der Herr Kushner.

Das Tagebuch von Donald Trump: Joe Biden - ein radikaler Sozialist?

Kaum hat er wieder Luft, da sagt der liebe Jared, er hätte die Rede eigentlich wirklich super gefunden. Nie und nimmer hätte er sich träumen lassen, dass jemand Joe Biden einen radikalen Sozialisten nennen kann, ohne in brüllendes Lachen auszubrechen, da sei ich garantiert weltweit der einzige. Ja, siehst Du, liebes Tagebuch, ich habe den Witz nicht verstanden, aber „weltweit der einzige“, ist das nicht großartig?

Mir selbst hat ja am besten gefallen, was der Kushner mir zu dieser Polizeisache aufgeschrieben hat, auch wenn ich es etwas kompliziert ausgedrückt fand: Warum nicht einfach „Mir doch egal, wie Schwarze sterben, ich weiß nur, dass unsere Polizisten niemanden ermorden“? Aber die Leute haben auch so gejubelt, so wie eigentlich das ganze große amerikanische Volk, nur Schwarze und Frauen und natürlich schwarze Frauen ausgenommen.

Donald Trump hält Rede im Weißen Haus

Schwiegersöhnchen hat mir noch erzählt, es hätten sich Leute aufgeregt, dass ich die Rede am Weißen Haus gehalten habe. Das wäre irgendwie ein Ort für Reden ans ganze Volk und nicht an die eigenen Wähler. Also das regt mich jetzt doch schon wieder auf.

Erstens, sage ich zu Jared, bin ich der Präsident, also soll mich das Volk auch wählen, und wer das nicht will, soll nach Mexiko gehen, so rum ist sie offen, die Mauer. Zweitens: Mein ganzes Leben lang hat das Haus, in dem ich arbeite, mir auch gehört. Wir sind doch nicht im Sozialismus, Volkseigentum und so!

Jetzt wieder Jared: Wie, arbeiten, was meinst Du denn damit? Aber das habe ich überhört. Melania kam rein, und Jared zu ihr: Sag mal, ist ja okay, wenn wir den Leuten Angst machen. Aber dass Du jetzt auch noch drohst, Dein Mann würde sich um alle Corona-Kranken kümmern, das war echt hart. Was haben sie gelacht, die zwei! Keine Ahnung, warum.

Dein Donald

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare