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Times Mager

Kampagne

  • VonHans-Jürgen Linke
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From Rags to Riches sagt man in den USA, wenn einem ein märchenhafter Aufstieg gelingt. In diesem Times Mager hieße es entsprechend von Werbetexter to... Doch lesen Sie selbst! Von Hans-Jürgen Linke

Ein Werbetexter in einer nicht zu großen, aber renommierten Agentur hatte sich auf die Bedürfnisse von Firmen, die Kaffeepads und die dazugehörigen Espressomaschinen herstellen, spezialisiert und war darüber alt und zufrieden geworden. Nun begab es sich, dass eine Wirtschaftskrise ins Land zog, in deren Folge der Absatz von Kaffeepads und Espressomaschinen einbrach. Die Firmen schoben der Agentur die Schuld in die Schuhe, und dem großmäuligen Nichtskönner von CEO blieb nichts anderes übrig, als unseren Werbetexter zu entlassen. Der Personalchef aber entdeckte in dessen Arbeitsvertrag ungewöhnliche Details, die zur Folge hatten, dass man dem Manne im betriebsbedingten Kündigungsfall eine stattliche Abfindung zahlen müsste.

Da entschloss man sich, ihn lieber wegzumobben. Man gab ihm eine Aufgabe, die so kompliziert war, dass er sie sicher gründlich versieben würde: Ein uraltes Buch galt es zu bewerben, hundert Jahre alt und schon millionenfach verkauft. Unser Werbetexter, der in seinem Leben nicht mehr als zehn Bücher zu Ende gelesen hatte, raufte sich verzweifelt die Haare. Da hörte er von einem Filmverleih, der einen Film gleichen Titels in die Kinos bringen würde. Schnell entwarf er mit der Grafik-Abteilung ein Plakat, auf dem stand: "Thomas Mann, Buddenbrooks: Das Buch zum Film." Der Absatz des Buchs schoss in die Höhe, unser Werbetexter galt nun als Spezialist für Buchwerbung.

Bald darauf wollte der Verlag wieder eine Kampagne auf den Weg bringen. Diesmal ging es um einen historischen Roman aus dem frühen 16. Jahrhundert in England. Unser Werbetexter raufte sich die Haare und textete und grübelte und verwarf. In der tiefen Mitternacht der Verzweiflung aber fand er sich plötzlich am Grund aller Werbung angekommen. Zusammen mit der Grafik-Abteilung entwarf er folgenden Tages ein Plakat, auf dem stand: "Unbedingt lesen!"

Wenig später meinten plötzlich die Hersteller von Kaffeepads und den dazu gehörigen Espressomaschinen, eventuell doch mit der Agentur unseres Werbetexters eine neue Kampagne planen zu können. Aber da musste der CEO bedauern, denn sein neuer Textchef war mit Arbeiten für Buchverlage ganz und gar ausgelastet.

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