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Voodoo: Unter allen potenziellen Blakri-Tauschpartnern erwischt der 16. Juli exakt den Inhaber seines ehemaligen 11. Märzes, so dass er noch nicht einmal den Termin in seinem Kalender ändern muss.

Times mager

Wer hat denn diese Überschrift gemacht?

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Journalisten kritisieren gern. Auch sich selbst. Aber eine gewisse Ordnung muss dabei schon herrschen. Die Feuilleton-Kolumne.

Zeitungsleute haben an allem was zu meckern, beispielsweise an Büchern, Musik, Opernhausarchitektur, Klimazielen, Regierungen, Dreier-, Vierer-, Fünferketten, und wenn so eine Redakteurin oder ein Redakteur in Fahrt kommt, dann lässt sich sogar die Richtung kritisch hinterfragen, in die sich die Erde dreht. Geht das nicht auch andersherum, Herrgott? Und schneller?

Was Zeitungsleute ebenfalls kritisieren, jedoch hinter verschlossener Tür, ist die Zeitung. Täglich treffen sie sich in mehreren Runden und schauen, was die Kollegen da wieder fabriziert haben. Wie das aussieht! Das kann man doch so nicht schreiben! Wer hat denn diese Überschrift gemacht? Das Bild hängt schief!

In der sogenannten großen Konferenz, die die Vertreter aller Ressorts versammelt, muss immer ein armer Mensch beurteilen, wie die heutige Zeitung geworden ist. Blattkritik heißt die Übung. Kurz: Blakri. Für junge Mitarbeiter war das stets ein Graus. Du sitzt da mit allen Chefs und insgesamt 1789 Jahren Zeitungserfahrung und sollst denen sagen, was sie falsch gemacht haben.

In der Blattkritik steckt durchaus auch ein wenig Voodoo

Einer war dabei so nervös, ein halbes Redakteursleben ist das her, dass er von gewissen „Stasi-Aktien“ sprach, jaja, ein i zu viel. Prompt machte sich die Volontärin in einer Glosse über ihn lustig. Stasi-Aktienkurs im Keller. Börse in Aufruhr. Die Volontärin arbeitete dann bald nicht mehr bei dieser Zeitung, aber das hatte damit nichts zu tun. Obwohl, ein wenig Voodoo steckt durchaus in der Blattkritik. Schauen Sie:

Die Blattkritiker wurden bisher nach einem ausgeklügelten System weit im Voraus nominiert. Kluge Planer ersetzten dieses System jüngst durch ein neues, noch ausgeklügelteres System, das die Kritiker noch weiter im Voraus nominiert. Wer nach System alt am 11. März Blattkritiker gewesen wäre, ist nach System neu nun Blattkritiker am 16. Juli, einem Tag, den er hoffentlich an einem schottischen See verbringen wird.

Aufgabe der Blattkritiker ist es übrigens, Termine selbst zu tauschen, wenn sie nicht passen. Also steht der 16. Juli auf und fragt in die Runde, ob jemand seine Blakri übernehmen könnte. Gern, sagt da der Kollege, der ihm gegenüber sitzt: im Tausch gegen die seinige. Wann die denn wäre, fragt der 16. Juli. Am 11. März, antwortet der 11. März.

Mit anderen Worten: Unter allen potenziellen Blakri-Tauschpartnern erwischt der 16. Juli exakt den Inhaber seines ehemaligen 11. Märzes, so dass er noch nicht einmal den Termin in seinem Kalender ändern muss. Voodoo. Mal gespannt, was der Blattkritiker am Montag dazu sagt.

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