Auch beim Fußball kann es ganz schön emotional zugehen. Jörg Dahlmann weiß das.
+
Auch beim Fußball kann es ganz schön emotional zugehen. Jörg Dahlmann weiß das.

TIMES MAGER

Jörg Dahlmann: Emotion

  • Stephan Hebel
    vonStephan Hebel
    schließen

Fußball-Reporter Jörg Dahlmann hat ein Interview gegeben. Es war voll Emotion.

Die Frage des Jahrhunderts, so viel wissen wir schon länger, lautet: Was darf man überhaupt noch sagen? Eigentlich ist das eine vollkommen unsinnige Frage, denn man darf in Deutschland so ziemlich alles sagen, man muss nur eventuell aushalten, dass dann andere sagen, dass das, was man gesagt hat, ein rassistischer oder sexistischer oder sonst wie diskriminierender oder einfach unappetitlicher Dreck ist.

Besser ist es aber, wenn man sagt, man dürfe nicht mehr alles sagen, denn es verstärkt die Wirkung dessen, was man sagt, wenn man dazu sagt, man habe etwas gesagt, das andere einem verbieten wollten. So weit alles klar? Jörg Dahlmann sagt: „Ich würde mich über mehr Toleranz freuen.“ Wofür eigentlich? Na, für ihn!

Jörg Dahlmann spricht emotional über seine Gefühle

Jörg Dahlmann ist höchstwahrscheinlich kein Rassist. Vielleicht ist er nicht mal ein Sexist. Er ist vor allem Fußball-Reporter, und wissen Sie, was total sympathisch ist? Der Mann hat Emotionen! Und noch besser: Sein derzeitiger Arbeitgeber Sky, sagt Dahlmann, habe ihn ja gerade geholt, weil er wollte, dass „neben der Fachlichkeit mehr Emotionen transportiert werden“, denn: „Fußball ist Emotion“, und schon bei anderen Sendern habe Dahlmann, sagt Dahlmann, „ein sehr gutes Standing“ gehabt, und zwar warum? „Weil ich emotional war.“ Zum Beispiel bei Sport 1: Da „habe ich versucht, Emotionen über Zuschauer zu transportieren“ (hä?), und dafür hat Dahlmann, sagt Dahlmann, „sehr viel Zuspruch erhalten“, und warum? Jetzt kommt’s: „Weil eben nicht nur Taktik-Theorien, sondern Emotionen transportiert wurden.“ Die Zitate stammen alle aus einem einzigen Interview.

Wahrscheinlich haben auch Sie, liebe Leserin, lieber Leser, „Emotionen“. Obwohl: Ganz sicher ist das nicht, denn in der Welt geht es ja auch nicht anders zu als bei Sky: „Es ist doch toll, dass wir so unterschiedliche Typen sind. Der eine eher ruhiger, der andere eher emotionaler“ (Dahlmann, immer noch im selben Interview).

Jörg Dahlmann, die Hosen und die Höschen

Sagen wir es rundheraus: Emotionen sind absolut super, sogar im Fernsehen, beim Fußball sowieso. Hier dennoch zwei Fragen. Erstens: Welche Emotion würden Sie, liebe Leserin, lieber Leser, mit den Worten ausdrücken wollen, ein noch nicht entschiedenes Fußballspiel sei ein „enges Höschen“ (Jörg Dahlmann, Bundesliga, vergangenen Samstag)? Zweitens: Welches Gefühl würden Sie in Worte fassen, wenn Sie zu einem beiderseits angriffsbetonten Fußballspiel sagen würden, beide Teams hätten jetzt „die Hosen aufgemacht“ (Jörg Dahlmann, diesen Mittwoch, Champions League)?

Sie müssen die Frage nicht beantworten, und Sie wollen sicher auch nicht wissen, was in solchen Momenten in Jörg Dahlmann vorgeht. Recht haben Sie.

Kommentare