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Ein alter VW Bus fährt abends in Edinburgh.
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Ein alter VW Bus fährt abends in Edinburgh.

Times mager

Irland

  • Sylvia Staude
    vonSylvia Staude
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Eine Reise nach Irland und einige bange Fragen, auch an die Gegenwart.

Aber regnet es dort nicht immer?

Und wenn schon.

Kleinliche Einwände gegen das Land unserer Wahl für die erste große selbstständige Reise interessierten uns nicht. Wer das Abi und die Führerscheinprüfung geschafft hat, den können auch Tausende von Kilometern nicht schrecken, noch dazu, wenn sie ganz lässig in einem knallorange VW-Bus zurückgelegt werden können. Der ging zwar bereits in Wales in die Knie (dabei hatten wir nur unter jeden Sitz Bücher gestapelt aus Hay-on-Way, damals berühmt als Dorf mit dem größten Buchantiquariat der Welt. Der Welt!) – aber sage keiner was gegen walisische Automechaniker.

Aber ist dort nicht Krieg? Und was ist mit den Bombenanschlägen?

Wir müssen ja nicht nach Nordirland fahren, formulierten wir, um nicht zu lügen, jedenfalls nicht direkt. Und wussten: natürlich würden wir nach Nordirland fahren. Wir würden uns erstens die Unterdrückung der Katholiken in Nordirland persönlich ansehen. (Wie wir das den Menschen ansehen sollten – keine Ahnung. Aber wir waren jung und optimistisch.) Wir hatten zweitens die Information, dass irgendwo bei Belfast die besten Dudelsäcke gebaut werden. Der Welt! H. wollte unbedingt einen irischen Dudelsack kaufen. C. eine Tin Whistle.

Idealistisch und viertelinformiert, wie wir waren, kamen wir an die Grenze. Und obwohl dabei nichts passierte, glücklicherweise nichts passierte, wurde dieser Grenzübertritt von der Republik Irland nach Nordirland zu einer guten Geschichte, immer wieder gern erzählt in der WG-Küche. Denn ein Grenzer kontrollierte unsere Pässe und fragte sehr höflich: „Haben Sie irgendwelche Waffen dabei?“ Wir fanden die Frage lustig. Zum Kringeln lustig. Aber erst, nachdem wir durchgewunken und außer Hörweite waren. (Irgendwann geriet diese Anekdote dann doch in Vergessenheit. Bis sie einem angesichts aktueller Ereignisse jetzt wieder einfiel.)

In der Innenstadt von Belfast stießen wir auf Parkzonen, in denen immer eine Person im Auto sitzenbleiben musste. Machte uns nichts aus, wir waren ja zu sechst und konnten uns abwechseln. Aber klar, für die Einheimischen war das schon irgendwie doof, fanden wir.

Und was macht ihr, wenn man euch nach eurer Religion fragt?

Wir sagen einfach, wir sind Atheisten.

Am Ende sprachen wir dann wohl nur mit Katholiken, Leuten, die am Pubtresen nach einem Seitenblick (der uns gewiss als Touristen identifizierte) zuallererst klarmachten, auf welcher Seite sie standen und uns dann erst nach unserer Religion fragten. Offenbar tranken Protestanten sowieso in anderen Kneipen.

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