Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Jan Josef Liefers als Anwalt Joachim Vernau spricht am Telefon in dieser Szene des TV-Thrillers, der am Montag, 11. Januar 2021 im ZDF ausgestrahlt wird.
+
Jan Josef Liefers als Anwalt Joachim Vernau spricht am Telefon in dieser Szene des TV-Thrillers, der am Montag, 11. Januar 2021 im ZDF ausgestrahlt wird.

Times mager

Im Hotel

  • Judith von Sternburg
    vonJudith von Sternburg
    schließen

Fernsehfilme hinken gegenwärtig hinterher – oder schauen in die Zukunft. Jedenfalls: Die Sehnsucht wächst.

Das dauert und dauert. Im Fernsehfilm laufen die Dinge derweil weitgehend wie zuvor. Jeder Mensch kann hier selbst sehen, was er am meisten vermisst, und es ist auch so verdammt viel Zeit dafür da. Gestern Abend befand sich der Tatort in einem Hotel, einem richtig schönen Hotel, und trotz der verdächtigen Gesellen an der Theke und der garstigen Ereignisse wuchs die Sehnsucht nach einem raschen Gang durch eine Hotelhalle – schnell zur U-Bahn, weil bald die Vorstellung beginnt – ins Unermessliche. Das schaurige Teppichmuster, das maßlose Beleuchtungskonzept, viel zu lange nicht gesehen.

In der privaten Romy-Schneider-Reihe sieht man Romy Schneider ohne Unterlass in knallvollen Bistros und mit befreundeten Pärchen in Landhäusern, dicht gedrängt an rustikalen Esstischen, es wird geplappert, gekräht, die Leutchen stapeln sich, und wo ein Quadratzentimeter frei ist, quetscht sich jemand hin. Wenn Romy Schneider ihre Bekannten einander vorstellt, werden sorglos die Hände gereicht, eine Bewegung bei der man sich – sieh an – unwillkürlich vorbeugt und der anderen Person noch näher kommt. Schadet ja auch nichts. Alle sehen so entspannt aus dabei, dass man ihn endlich zurückhaben will, den warmen, raschen und vertraulichen, geradezu kecken, dabei unverdächtigen Händedruck. Als Kinder übten wir ihn ein, zu sehr verachteten die Eltern die schlaffen wie die knochenzermalmenden Varianten. Jetzt machen wir uns ernsthaft Sorgen um seine Zukunft.

Wer einer Person die Hand geben kann, findet nicht nur Anfang und Ende, ohne dem anderen gleich um den Hals zu fallen, sondern weiß auch, was das für eine Person ist. Wem er gegenübersteht. Als würden zwei Fühler sich berühren, die einem Insekt weit mehr vermitteln als dem Menschen ein Gruß mit der geschlossenen Faust. Aber selbstverständlich gilt es, geduldig abzuwarten.

Am heutigen Montagabend gerät Jan Josef Liefers als Anwalt Vernau in ein dolles Abenteuer (unsere Lippen sind versiegelt). „Requiem für einen Freund“ ist in diesem Sommer gedreht worden, unter Corona-Bedingungen. Sonderbar halbherzig kommt das im Film auch vor. Das ist schade, also die Halbherzigkeit ist schade. Gerne sieht man Gegenwart im Film, anstatt immer nur von vorgestern und übermorgen zu träumen.

Achten Sie ferner auf die Szenen, die in Mexiko spielen, aber in Berlin-Marzahn gedreht wurden. Nicht übel und ein Spaß für alle, die Fernreisen als einziges nicht vermissen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare