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Forscher meinen, das Loch könnte schon einige Asteroiden oder sogar zwei Doppelsterne gefressen haben. Wir meinen: Es muss aufpassen, dass es sich nicht vor Weihnachten schon überfrisst.

Times mager

Hungrig

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Verschlingen Schwarze Löcher nur Asteroiden, oder auch Tacos? Und was sollten Sie tun, wenn letztere ausverkauft sind? Die Polizei rufen?

Und plötzlich ist es doch Herbst geworden, fallen Regentropfen und Blätter, wird über die Zeitumstellung gesprochen (wie war das noch gleich? nach vorn oder nach hinten? wann? und warum denn überhaupt noch, haben wir nicht längst abgestimmt? ist die Politik zu langsam oder sind wir zu schnell?), hat das Times mager, aber sicherlich nicht nur es, das Bedürfnis, sich auf der Couch oder unter der Bettdecke zusammenzurollen und die liebe Welt eine liebe Welt sein zu lassen.

Problem nur: die liebe Welt ist keine liebe Welt und denkt auch nicht daran, in diesen Tagen die Sommeraufregung abzulegen und sich gefälligst mal zu beruhigen.

Sie tut das weder im Kleinen, noch im ganz Großen. Sie tut das ja nicht einmal im All, wo, wie gerade zu lesen war, ein bisher unauffällig in der Milchstraße herumdümpelndes Schwarzes Loch anfing, Dinge zu verschlingen. Forscher meinen, das Loch könnte schon einige Asteroiden oder sogar zwei Doppelsterne gefressen haben. Wir meinen: Es muss aufpassen, dass es sich nicht vor Weihnachten schon überfrisst, wenn dann die knusprigen Braunen Zwerge geflogen kommen. Welch ein Pech, wäre es dann bereits papp-, äh, massesatt.

Sehr hungrig, also: hungriger, als es ein Schwarzes Loch jemals werden kann, muss ein Amerikaner gewesen sein (und das Times mager spricht hier ausnahmsweise nicht von Donald Trump), der eine Lokalität der Fast-Food-Kette Taco Bell aufsuchte, dort erfuhr, dass Tacos aus sind, und die Polizei rief. (Sie habe das nicht erfunden, versicherte die Polizei, der Mann sei wirklich sehr aufgeregt gewesen. Aber leider habe sie nicht helfen können.) Nun kann man einerseits verstehen, dass es sich um einen unerhörten Vorgang handelt, wenn ein Laden namens Taco Bell keine Tacos mehr hat, nicht einmal gegen Geld. Andererseits ist bei scharfem mexikanischem Essen die Feuerwehr der logische Ansprechpartner.

Wenn er nicht sofort die Klappe halte, sagte in der S-Bahn ein junger Mann zu einem anderen jungen Mann, dann rufe er die Feuerwehr. Wohl kaum (dachte sich das Times mager, wollte sich aber nicht einmischen) ist die Feuerwehr dafür zuständig, Menschen nachzumessen. Denn es ging im schon mindestens drei Stationen anhaltenden Disput der beiden darum, ob der junge Mann A bereits die Größe von 1,80 erreicht hat: Nein, hat er nicht, meinte A, er sei höchstens 1,78, allerallerhöchstens 1,79 groß; doch, hat er, widersprach B, sogar 1,81 hielt er bei seinem Kumpel für durchaus möglich. Aber – und da machte B eine dramaturgisch wirkungsvolle Pause – aber wenn A weiterhin so in sich hineinschlinge, werde das mit den 1,80 mindestens beim Umfang wahr. Schließlich verschwänden Kalorien nicht einfach in einem Schwarzen Loch.

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