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Das gesuchte X hat es doch darauf angelegt, den Menschen hinters Licht zu führen!

Times mager

Hummeln

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Wie macht der Heilige Antonius das nur? Mensch und Tier beim Suchen und Finden.

Der Mensch und die Hummel haben mehr gemeinsam, als der Mensch meint (was die Hummel meint – wer weiß?): Das Insekt kann nämlich Formen im Dunkeln mittels Ertasten unterscheiden, wie Wissenschaftler der University of London jetzt melden. Das sei etwa wie wenn ein Mensch in seiner Handtasche nach dem Haustürschlüssel suche und ihn allein mit Fingerspitzengefühl finde. Leider gingen die Forscher dabei nicht der Frage nach, ob auch Hummeln ihre Türen abschließen, also gelegentlich Haustürschlüssel in chaotisch vollgestopften Handtaschen finden müssen. Oder zu was sie ihre die Biologen so erstaunende Fähigkeit sonst brauchen. Sind Hummeln etwa schusselig? Gar Messies? Und verquatschen sich außerdem beim dritten Glas Met an der Hummel-Bar, so dass sie erst nach Einbruch der Dunkelheit nach Hause kommen?

Aber nun haben wir uns verquatscht. Denn eigentlich soll es an dieser Stelle um den suchenden Menschen gehen. Der zum komplett unlogischen Menschen wird, sobald er von einem Gegenstand annimmt, jener müsse in der Schublade/vielleicht doch in der Jackentasche/nee, im Garderobenschrank/oder allenfalls noch im Handschuhfach sein – aber dieser Gegenstand, den er just vermisst, ist weder da noch dort. Was macht der Mensch? Ist überzeugt, er müsse das Ding, dieses X beim Suchen schlicht übersehen haben. Beginnt also noch mal die Schublade/die Jackentasche/den Garderobenschrank/das Handschuhfach durchzusehen. Und womöglich gleich ein drittes Mal.

Der Mensch glaubt spätestens jetzt, dass X (im Verbund mit der Schublade usw.) es darauf angelegt haben muss, ihn hinters Licht zu führen. Dass X irgendwo liegt und kichert. Es ist zum aus der Haut/aus dem Hummelpelz fahren.

Das Suchen einzustellen, riet in solchen Fällen die sehr alte Dame (sie musste es wissen, nach mehr als 90 Jahren auf dieser Welt der sich versteckenden Dinge). Schließlich gebe es den heiligen Antonius, zu dem man nur beten solle, dann finde er X schon für einen. Klappte meistens ganz ohne Beten, der Heilige konnte wohl Gedanken lesen.

Jetzt kann auch er einfach ins Internet gehen. Denn da gibt es die Seite HeiligerAntonius.de, die von vielen Fällen grausamen Vermissens und glücklichen Wiederfindens erzählt. Und in der Vorrede dort: „Falls Sie noch etwas skeptisch sind, ob und wie der heilige Antonius Ihnen helfen kann, Ihre verlorenen Sachen wiederzufinden, können wir Ihnen versichern, dass wir auch nicht wissen, wie es letztendlich funktioniert!“ Vielleicht schickt er ja Hummeln aus, die, erstaunlich wie sie sind, gewiss noch manch anderes finden können als Hummelschlüssel, äh, Himmelschlüssel.

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