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Regenschirme und Umarmungen – das passt nicht zusammen.
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Regenschirme und Umarmungen – das passt nicht zusammen.

Times mager

Hug

  • Sylvia Staude
    VonSylvia Staude
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Bisschen seltsamer Zeitpunkt für eine Studie über Umarmungen. Trotzdem interessant, was dabei herauskam.

Na großartig: Ausgerechnet britische Forschende haben ausgerechnet in einer Viruspandemie über die beste Art geforscht, jemanden zu umarmen. Erstens: Seit wann wissen Briten, was eine Umarmung ist? Bringt man sie neuerdings etwa schon den kleinen Engländern und Engländerinnen bei, steht das Huggen im Lehrplan der Schulen, gleich hinter dem Punkt: Warum die Milch zuerst in den Tee muss? Und werden die Inselbewohner sich jetzt auch noch wie die Französinnen abbusseln (dabei keineswegs mit einer stiff upper lip, sondern in Tränen ausbrechend, weil sie uns Europäer jetzt doch schon vermissen)?

Zweitens: Was ist plötzlich verkehrt daran, sich mit Abstand – der Abstand ist schon wegen der Regenschirme nötig – und also kultiviert über das Wetter zu unterhalten? Drittens: Wo sollen die Briten ihre Schirme hintun, während sie sich umarmen? Viertens: Haben sie bisher herzliche Hugs schon deswegen gar nicht erst versucht, weil sie nicht wussten, wohin mit den Schirmen? Und weil es eben gar nicht kultiviert ist, sich die Augen auszustechen?

Die Umarm-Untersuchung eines Teams der Goldsmiths University London ging so: Freiwilligen wurden die Augen verbunden, dann sollten sie eine andere Person unterschiedlich lange und mit unterschiedlicher Positionierung der Arme umarmen. Dann wurden beide befragt, welche der Umarmungen ihnen am angenehmsten war. Bei der Auswertung berücksichtigt wurden Dauer, Handposition, emotionale Verbundenheit, Geschlecht und Verhalten. Verhalten? Könnte sein, dass es aktuell nicht so gut kommt, wenn man dem anderen ins Ohr hustet.

Männer und Frauen bevorzugten unterschiedliche Armpositionen. Männer legten dem anderen in 80 Prozent der Hugs einen Arm um die Schulter und den zweiten um die Hüfte. Frauen blieben bevorzugt mit beiden Armen auf gleicher Höhe. Wichtig war aber am Ende eigentlich nur die Länge der Umarmung: fünf bis zehn Sekunden sind gut, weniger als fünf bringen es nicht.

Bringen was nicht? Niedrigeren Blutdruck, bessere Stimmung, stärkeres Immunsystem.

Nicht nur Brexiteers, auch britische Forschende haben ein denkbar schlechtes Timing. Stürzen uns nämlich nun in Entscheidungsnöte: lange Umarmungen und ein besseres Immunsystem; oder keine Umarmungen und ein schlechteres Immunsystem.

Leider wurde gar nicht untersucht, wie es mit Hugs aussieht, die man sich vorstellen muss. Das Times mager ruft Ihnen trotzdem zu: Fühlen Sie sich umarmt, liebe Leserin, lieber Leser, und das gern, so lange sie wollen.

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