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Times Mager

Hosni

  • Harry Nutt
    VonHarry Nutt
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Für den Fall, dass Faruk Hosni, der umstrittene Kandidat für das Amt des Unesco-Direktors, nicht zum Zuge kommen sollte, will er sich auch als ägyptischer Kulturminister zurückziehen. Harry Nutt

Er will doch nur malen. Für den Fall, dass Faruk Hosni, der wegen antisemitischer Äußerungen umstrittene ägyptische Kandidat für das Amt des Unesco-Direktors, bei der Kulturorganisation der Vereinten Nationen nicht zum Zuge kommen sollte, ziehe er sich auch als ägyptischer Kulturminister zurück. So sagte er es jedenfalls im Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung vom Montag. Er werde sich dann ausschließlich der Malerei widmen.

Seit die französischen Intellektuellen Bernard-Henri Levy und Claude Lanzmann sowie Elie Wiesel in einem gemeinsamen Aufruf Alarm geschlagen haben gegen die Nominierung Hosnis, ist viel zu dessen zweifelhaften Einlassungen recherchiert worden. Das jüngste Interview trägt da nicht unbedingt zur Entspannung der Lage bei. Ist Israel die Welt? fragt er nun zurück. "Wenn man Fehler im Umgang mit Israel macht, ist es gleich eine Katastrophe. Wenn Israel selbst Fehler macht, wird dies hingenommen." Die ihm zur Last gelegten Zitate seien aus dem Zusammenhang gerissen worden.

Zum Zusammenhang gehört allerdings auch die Frage, wie es überhaupt zum Vorschlag für Hosni bei der Unesco kommen konnte. Der 71jährige Maler und Kulturminister ist schon aus Altersgründen nicht gerade eine Zukunftsoption für den hohen Posten fürs Kulturwesen bei den Vereinten Nationen.

Hosnis Wahlprogramm speist sich unterdessen weiter aus einem beratungsresistenten Antagonismus zur jüdischen Welt. "Mich zu wählen wäre ein Symbol für die Versöhnung der Kulturen. Wenn die Europäer es ernst meinen mit der Kultur-Versöhnung, wäre das die Gelegenheit. (...) Würde ich nicht gewählt, wäre dies ein historischer Fehler für die jüdische Seite." Historisch? Jüdische Seite?

Schon möglich, dass bei einer Übersetzung fürs journalistische Tagesgeschäft einiges an Sensibilität und Differenzierungsvermögen auf der Strecke bleibt. Doch auch im zweiten Anlauf wird die Sache nicht besser. Zwar sei die Planung der Unesco für die kommenden zwei Jahre festgelegt. Seine Aufgabe sieht Hosni aber auf anderem Gebiet. "Man kann sofort Motivation, Seele und Phantasie in die Organisation bringen. Phantasie ist die Grundlage von Kultur." Die Phantasie der Unesco ist tatsächlich gefragt.

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