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Sie liegen im Sand, flirren in der Hitze, schweben über der Wüste: die Pyramiden.

Times Mager

Hohlraum

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Geometrie, Labyrinthe, Räume - insgesamt läuft es doch immer wieder auf eines hinaus: Rätsel.

Wahrscheinlich sieht man es den Bildern nicht unmittelbar an, jedenfalls nicht den Bildern von außen, die die Pyramiden berühmt gemacht haben. Im Sand liegen, in der Hitze flirren, über der Wüste schweben. Die Pyramiden stellen Dinge dar, die für eine sehenswerte Außendarstellung wie gemacht sind. 

Und doch bleibt es dabei, dass es sich bei den monumentalen Imagefaktoren um Pyramiden handelt, um gleichschenkelige Körper. Aber was heißt schon Körper? Um Gebilde der Geometrie. So ergeben die Pyramiden nicht nur ein Bild, es gibt für sie Formeln, ja, selbst für die Luftspiegelungen gibt es glasklare Erklärungen – und was diese angeht, sollte man um Worte nicht verlegen sein, auch um Assoziationen nicht, erst recht dann nicht, wenn man sich vorstellt, wie es hinter den Außenwänden der Pyramiden aussieht, hinter deren Seitenflächen. Man hat davon gehört: Labyrinthe, Räume – insgesamt läuft es immer wieder auf das eine hinaus: Rätsel. 

Welcher Mensch heute könnte sich einer solchen Einsicht schon verschließen, und das, obwohl der Weg zu ihr, der Einsicht, nicht der Augenschein war, sondern allein mit bildgebenden Techniken gelang. Drohnen, Infrarottechnik und teilchenphysikalische Messungen werden von den Wissenschaftlern seit längerer Zeit schon in Stellung gebracht, um Rätsel für Rätsel der ältesten und größten Pyramide von Gizeh zu lüften. Aber was heißt schon lüften, vor allem im Zusammenhang mit so einem hermetischen Koloss wie einer Pyramide?

Wie auch immer, schon seit den 1960er Jahren wird das Weltwunder von kosmischen Strahlen durchleuchtet. Man sollte sich also nicht wundern, wenn jetzt Nachkommen einer solchen Technik Stein für Stein durchdrungen haben. Man bezeichnet sie als Myonen, damit man in etwa weiß, um was es sich bei ihnen handelt: Elementarteilchen! Wer sich das weiterhin nicht so richtig vorstellen kann, möge sich an den Satz eines der Forscher halten, Mehdi Tayoubi, der über die jüngste durch Myonen gemachte Entdeckung meinte: „Wir wollen nicht von einer Kammer sprechen.“ Nicht doch, denn die Kammer könnte auch ein Gang sein, der Gang ein Schacht: „Was wir bislang nur sicher wissen, ist: „Der Hohlraum ist da.“

Hohlräume haben nun mal die Eigenschaft, dass man sie nicht so lassen kann, so hohl, sondern sie irgendwie füllen muss. So sprach einer der Forscher von einem Raum, der so groß sei wie eine „Passagiermaschine mit 200 Plätzen“. Kein Hohlraum, der nicht so leer wäre, dass er nicht auch ein ungeheuerer Assoziationsraum wäre. 

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