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Wenn jetzt nur ein Bleistift in der Nähe wäre ...
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Wenn jetzt nur ein Bleistift in der Nähe wäre ...

Times mager

Hippobrumm

  • Thomas Stillbauer
    VonThomas Stillbauer
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Die Kinks wären heute vielleicht die berühmteste Band der Welt, hätte es keine Beatles gegeben.

Wir leben immer mehr in Zeiten, in denen vor 50 Jahren etwas Bemerkenswertes war, dessen wir mit zunehmender Sentimentalität gedenken, weil es nie wieder in dieser Form geschehen wird. Demnächst vor 50 Jahren wurde beispielsweise die Single „Autumn Almanac“ (b/w „Mister Pleasant“) von den Kinks veröffentlicht. Komponist Ray Davies sagte dem Magazin „Rolling Stone“ im Zusammenhang mit dieser Aufnahme: „All meine Platten – zu einem bestimmten Zeitpunkt waren sie die wichtigste Sache, die ich je gemacht habe.“

In jenem Herbst, in dem „Autumn Almanac“ erschien, waren kompakte Musikkassetten noch nicht üblich, aber es gab sie schon. Sehr bald war es für junge Leute die wichtigste Sache, die sie je gemacht hatten, diese Kassetten mit ihrer Lieblingsmusik zu füllen. Heute hat man’s schon so gut wie vergessen. Die Abspielgeräte leiern.

Unter dem Titel „35 Musikerfahrungen, die ihr nie wieder haben werdet“ listet die Internetseite Buzzfeed auf, was der herkömmliche junge Mensch seinerzeit so trieb. Er hing stundenlang in Plattenläden rum, kaufte preisreduzierte Alben, weil er irgendwie den Namen der Band mochte, ging heim, erstellte ein Mixtape (Chromdioxid-Kassette), schrieb die Songtitel aufs Begleitpapier, wie hieß das gleich? Inlay? Und brauchte ein Lied unter zwei Minuten für den Restplatz. Sofort hat man original das Klacken des Kassettenrekorders im Ohr, das kurze Verharren und Abschalten am Seitenende. Und wenn doch noch vier Sekunden übrig waren, passte der Schrei aus dem „Subway Song“ von Cure drauf, aber gerade mal so.

Das Buzzfeed-Foto mit dem größten Tränen-in-die-Augen-treib-Faktor zeigt eine Musikkassette und einen Bleistift. Drüber steht: „Deine Kinder werden niemals den Zusammenhang zwischen den beiden kennen.“ Sie kommen auch gerade ins Grübeln, stimmt’s?

Aber wir müssen ja hier nicht alles aufrollen. Die Kinks wären heute vielleicht die berühmteste Band der Welt, hätte es keine Beatles gegeben. Ray Davies litt für seine Songs, auch jene, die sich nur 100 Mal verkauften oder gar nicht ankamen wie etwa „Lazy Old Sun“, ebenfalls 50 Jahre alt. Darin sei eine Art Flusspferdgrummeln zu hören, sagt der Reporter vom „Rolling Stone“, als ob es Witze darüber machen wolle, was die Kinks singen. Davies antwortet, es sei netter, selbst darüber nachzudenken, als sich von jemandem erzählen zu lassen, wie es klingt. Er könne es im Übrigen nicht ertragen, seine Lieder im Radio zu hören oder im Fernsehen zu spielen, weil sie so raus aus allem seien, so anders als alles. Das war 1969.

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