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Wer sich den zweifelhaften Luxus einer Pollenallergie leistet, steht in der Pandemie doppelt bedröppelt da.
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Wer sich den zweifelhaften Luxus einer Pollenallergie leistet, steht in der Pandemie doppelt bedröppelt da.

Times mager

Heuhusten

  • Thomas Stillbauer
    vonThomas Stillbauer
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Harte Zeiten für Allergiker, obwohl auf seinem T-Shirt schon steht: „Kein Corona – bei mir ist es nur Heuschnupfen“.

Lesen Sie heute das Neueste zum Heuschnupfen, dem verlässlichen Begleiter in Natur und Garten. Wir streifen dabei mit einem Nasenflügel auch die Themen Honig, Hexenschuss und Heulsusen. Los geht die wilde Fahrt. Vor zwei Monaten hatten wir hier die Empörung darüber, dass der gemeine Heuschnupfen inzwischen sein Schandwerk schon in Jahreszeiten treibt, die einst Winter hießen, also von Rechts wegen für den originalen und vorsilbenfreien Schnupfen reserviert sind. Aber was ist heute schon noch wie einst, erkältungssymptomatisch gesehen.

Wer sich den zweifelhaften Luxus einer Pollenallergie leistet, steht in der Pandemie doppelt bedröppelt da. Erstens, warnt die Wissenschaft, umdribbeln Pollen leichtfüßig die körpereigene Abwehr, wenn sie erst einmal in den gegnerischen Strafraum eingedrungen sind. Dabei schwächen sie den Kontrahenten so sehr, dass er einem nachfolgenden Angriff des 1. VC Covid-19 nicht mehr viel entgegenzusetzen hat, schon gar nicht in einer englischen Woche.

Es empfiehlt sich daher, auch auf Spaziergängen im Freien vorsorglich Mund und Nase zu bedecken. Entgegenkommende Wandersleute haben dann diesen mitleidigen Blick im Gesicht, der sagt: Schau mal, der Depp, der panische, hat Angst, dass wir ihn auf drei Metern Entfernung infizieren, der Tropf, der aerosolische. Was kann man dagegen tun? Ein T-Shirt tragen, auf dem steht: „Ich maskiere mich auch gegen Pollen“? Schwierig. Man trägt ja bereits, um seine Niesanfälle und Heulsusenaugen zu rechtfertigen, das T-Shirt: „Kein Corona – bei mir ist es nur Heuschnupfen“.

Womit wir beim zweiten Problem des Allergikers in Zeiten der Pandemie wären. Niesen, asthmatischer Husten, Hitzewallungen, das muss man alles erst mal schlüssig belegen. Dann lieber vermummt durch die Natur. Was übrigens helfen soll: Honig aus dem Nektar, den sechsbeinige Fachleute in Blüten der Region gesammelt und weiterverarbeitet haben. Achten Sie aber darauf, dass das Glas mit der Aufschrift „Eintracht“ nicht vor dem Ende der Fußballsaison leer ist. Ihr Lieblingsclub könnte sonst kurz vor dem Ziel ins Straucheln geraten, und Sie holen sich beim Niesen einen Hexenschuss.

Im vorigen Frühjahr forderten allergische Corona-Warnerinnen und -Warner, wegen der lauernden Gefahren alle Birken in Wohngebieten abzuhacken. Das wirkte auf den ersten Blick übertrieben, auf den zweiten bekloppt und auf den dritten wie ein Verschwörungsmythos. Inzwischen wissen wir, dass da noch ganz andere Leute auf noch ganz andere Ideen kamen. Unter normalen Umständen sollte man ihnen was husten.

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