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Israelische Forscher drucken Mini-Herz, kommt bald das Reserve-Herz für die Handtasche?

Times mager

Von Herzen

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Herzen ausdrucken? Wer will denn sowas? Vielleicht für den Fall, wenn das Hauptherz in die Hose gerutscht ist oder an jemanden verloren wurde, der damit sehr achtlos umgegangen ist.

Ein Herz kann schnell mal in die Hose rutschen, wenn es die Größe einer Kirsche hat. Auch auf der Zunge tragen lässt es sich dann um einiges leichter. Und verlieren, das ist doch wohl klar. Schwupp, schon ist das Kirschenherz bei den Wollmäusen unter der Kommode oder in der Sofaritze verschwunden; das würde mit einem Herzen von der Größe einer Orange oder gar Pampelmuse nicht passieren. Ganz zu schweigen von einer Ananas oder Kokosnuss. Als Kokosnuss würde es selbst auf einem Teppich noch ordentlich bong-bong-bong-fupp-fupp und also auf sich aufmerksam machen. Außerdem ist so ein Herz in der Kokosschale wirklich nicht leicht zu erweichen.

Schlägt einem das Herz bis zum Hals, ist es freilich wohl angenehmer, es handelt sich nur um eines in Kirschengröße. Ebenso, wenn es einem just bricht (und: Man hat von Marmor, Stein und Eisen gehört, dass sie brechen, aber von einem Kirschkern? Eben). Will man sich ein Herz fassen, kommt es womöglich auf den Umfang des Problems an, wegen dem man das Teil fest packen muss. Andererseits liegt so ein Kirschenherzchen gut in der Fläche einer Hand. Hat man etwas auf dem Herzen und will selbiges ausschütten, ist es dem Gegenüber vermutlich auch allemal lieber, wenn die Menge des Schüttguts kleiner ist.

Wer sein Herz zu verschenken gedenkt, wird andererseits nicht knauserig wirken wollen. Ebenso, wer beweisen möchte, dass er nicht nur ein Herz aus Gold hat, sondern ein großes Herz aus Gold. Und dass bei ihm alles von Herzen kommt – auch wenn gelegentlich nur ein Stein von selbigem runterfällt. Es macht trotzdem Eindruck, wenn es ein schwerer Brocken ist – den man sich zu verlieren ja immerhin leisten können muss.

Warum wir unser Herz diesmal so ans Herz hängen? Aus Israel kam gerade die Nachricht, dass es Wissenschaftlern gelungen sei, ein Herz auszudrucken. Allerdings besteht es aus Fettzellen, funktioniert noch nicht und ist klein wie eine Kirsche (dpa wählte einen anderen Vergleich: wie ein Hasenherz). An diesen Dingen lässt sich aber offenbar arbeiten, da sind die Forscher zuversichtlich.

Und wer weiß, die kleinen H-Größen können vielleicht in ein paar Jahren als sogenannte Reserve-Herzen in der Handtasche mitgeführt werden, wenn das Hauptherz just in die Hose gerutscht ist oder an jemanden verloren wurde, der damit gerade mal sehr achtlos umgegangen ist. Das, so könnte man dann lässig zu dieser Person sagen, das hab ich mir gestern erst ausgedruckt. Und es saß ja sowieso auf dem falschen Fleck.

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