Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Nachrichtenagenturen meldeten, Nordirland erlebe einen covidbedingten Mangel an Clowns.
+
Nachrichtenagenturen meldeten, Nordirland erlebe einen covidbedingten Mangel an Clowns.

Times mager

Herbst

  • Sylvia Staude
    VonSylvia Staude
    schließen

Wie ist die Lage? Aus Nordirland jedenfalls wird ein covidbedingter Mangel an Clowns gemeldet.

Im Ort C. am Lago M., der, da ist sich die kleine Touristengruppe einig, sein italienisches Flair in der C-Zeit entweder nie verloren oder jedenfalls wieder zurück hat, sind abends sämtliche Tische des Ristorante eingedeckt und bald auch belegt – draußen im von alten Mauern umgebenen Garten, über den man gewiss schon vor längerer Zeit ein Stoffdach gespannt hat, für Regentage. Früher – wie hell strahlt dieses Früher – wäre man einfach hineingegangen, aber nun sitzt drinnen kein Mensch, obwohl es nach Sonnenuntergang schon herbstlich kühl ist. Eine typische Bewegung der Gäste? Die Jacken (noch) fester zu schließen. Und bald nach Abräumen der Teller nach dem Portemonnaie zu greifen: Wird es jetzt nicht arg frisch? Alle nicken. Ja, lasst uns gehen.

Fünf Leute in einem Auto, da wird es einem wieder warm. Aber besser Masken auf, Fenster einen Spalt auf; mal sehen, was die Grenzbeamten sagen. Nichts. Denn an der stillen kleinen Grenze am Lago M. haben sie um kurz nach 21 Uhr schon Feierabend gemacht und die weißen FFP2-Masken der Autoinsassen leuchten kräftiger ins Dunkel als die matte Nachtlampe im Kabäuschen der Guardia. Nach kurzer Diskussion einigt sich die kleine Gruppe darauf, dass das im Frühjahr 2020 anders gewesen sein muss, die Wörter „Fallzahlen“ und „sehr schlimm“ schwirren durchs Auto.

Nachrichtenagenturen meldeten am Wochenende, Nordirland erlebe einen covidbedingten Mangel an Clowns. Zwar öffneten die Zirkusse wieder, aber viele Clowns (viele Clowns? In Nordirland?) seien weitergezogen in andere Länder. Wenn wir ehrlich sind: Das Klopapier und die Nudeln (das ausverkaufte Klopapier und das ebenfalls leere Regal, wo stets gefühlte 327 Nudelsorten zu finden waren) liegen uns selbst in der Erinnerung noch mehr am Herzen als die nordirische Spaßmacher-Shortage. Und könnte die nicht auch dem Brexit geschuldet, mithin selbst verschuldet sein? Kein Mitleid also mit den Nordiren und Nordirinnen, sollen sie Monty Python gucken, da wissen sie, was sie haben.

Aber immerhin: Im Herbst 2021 sind Zirkusclowns eine Meldung wert. Und schickt die eine Versandapotheke eine Werbung mit der Überschrift: „Erkältung im Anmarsch?“ ins Postfach, während die andere Versandapotheke auf drohendes „Schnupfnasen-Wetter“ hinweist.

Tatsächlich kennt auch gleich jemand jemanden, der jemanden kennt, der gerade eine Erkältung hat. Kommt sicher vom Draußensitzen in der Kälte und ist im Herbst 2021 eine Sache, für die man nicht bedauert, sondern fast beglückwünscht wird. Immerhin kein Covid.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare