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Heimwerker Werkzeug mit Akkuschrauber
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Nach fest kommt ab.

Times mager

Heimwerker

  • Stephan Hebel
    VonStephan Hebel
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Wer wissen will, wie die Zeit vergeht, sollte sich die Werbespots eines Herstellers von Heimwerkerbedarf anschauen, in denen dessen nichtssagender Name unglaublich schnell ausgesprochen wird.

Aus heiterem Himmel, das Essen stand auf dem Biergarten-Tisch, fragte Freund T.: Habt ihr auch Probleme mit dem Akkuschrauber? Freund S.: Nö, haben wir nicht. T.: Was? S.: Probleme mit dem Akkuschrauber. Freund T.: Keine Probleme? S.: Doch, aber keinen Akkuschrauber. Nun aber T.: Ich schon. S.: Was, Probleme? T., ungeduldig: Akkuschrauber! S., erstaunt: Also keine Probleme? T.: Doch.

Es stellte sich heraus, dass Freund T. seinen Akkuschrauber „seit zehn Jahren“ nicht mehr benutzt hatte, wegen der Probleme. Er sei sicher, die richtigen Aufsätze zu besitzen, oder wie immer das heiße, und damals die „Fahrtrichtung“, so seine Wortwahl, richtig eingestellt zu haben.

Freund S. betonte: „Nach fest kommt ab.“ Das sei ein unangebrachter Einwand, entgegnete Freund T., denn er habe eine geradezu zärtliche Drehzahl gewählt, und „ab“ sei nichts, nur durchgedreht, und zwar der Bohrer in der Schraube, was den Kreuzschlitz zerstört und jedes Weiterschrauben zur Illusion gemacht habe.

Das löste allgemeine Betroffenheit aus, bis eine der anwesenden Damen das Schweigen brach und den Namen eines Herstellers von Heimwerkerbedarf aussprach, und zwar so schnell, wie das in ihrer frühen Jugend im Fernsehen geschehen war. Es war sicher ein schönes Hörspiel für die Umsitzenden, als plötzlich alle durcheinander den Firmennamen in dem höllischen Tempo zitierten, mit dem er im Fernsehen seinerzeit ausgesprochen worden war.

Anschließend herrschte gemeinschaftliche Hochachtung für die Idee, den nichtssagenden Namen eines Heimwerkerbedarfsherstellers dadurch bekanntzumachen, dass man ihn im Fernsehen von einem Mann unglaublich schnell aussprechen ließ, und zwar mehrmals hintereinander. Die Konditionierung, gab T. zu, wirke bis heute.

Nur was in den Spots eigentlich vorgeführt wurde, wusste am Tisch niemand mehr. Erst bei der Nachbearbeitung des Abends am nächsten Tag wurde klar, dass es sich um den „Fixfest“ gehandelt haben könnte, zur Erläuterung: „klemmt, haftet und nagelt alles“.

Wer wissen will, wie die Zeit vergeht, sollte sich den Spot anschauen. Am schönsten die Szene, in der der Mann des Hauses, der den „Fixfest“ noch nicht kennt, mit dem Hammer statt auf einen Nagel im Fensterrahmen mit voller Wucht in die Scheibe haut, während seine Frau rollengemäß mädchenhaft erschrickt.

Der Dramaturgie nach müsste das Malheur ein Versehen gewesen sein, aber der Mann holt derart direkt Richtung Scheibe aus, dass die Szene heutzutage eventuell noch einmal gedreht worden wäre. Aber dann kommt der Schwager mit dem „Fixfest“, und die Sache nimmt ein gutes, sehr schnelles Ende.

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