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Was es nicht alles gibt für Hund und Katze: von der Videoüberwachung bis zum Fitnessgerät.

Times mager

Heimtier-TV

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Sie haben den Verdacht, Katze und Hund tanzen mit den Mäusen, wenn Sie nicht da sind? Schaffen Sie sich eine Pet-cam an.

Beim weihnachtsfeiertäglichen Fernsehkanalzappen ist das Times mager auf etwas gestoßen, das ebenso vertrauenerweckend wirkte wie das Testbild, das uns einst mitten in der Nacht bewies, dass die Welt noch nicht untergegangen war: schlafender Hund vor Kaminfeuer. Einen Augenblick gedacht, bei „Inspector Barnaby“ gelandet zu sein. Aber so schamlos spielen selbst englische Landhaus-Krimis die Landjunker-Heimeligkeit nicht aus, jedenfalls nicht eine dreiviertel Stunde lang. Nach einer Weile kapiert: Das ist das Irish-Setter-vor-Kamin-Programm für nervöse Brexi-Tiere bzw. ihre gestressten Frauchen/Herrchen, die nicht wissen, ob sie das Lieblingsfutter ihres Darlings demnächst noch kaufen können.

Warum wir uns Wochen später (aber: nur noch 336 Tage bis Weihnachten!) an Alfie, Buddy, Bessie oder Charlie vor prasselndem Kaminfeuer erinnern? Weil wir am Wochenende just auf die U-Bahn warteten und ein Werbevideo lief für eine „app-gesteuerte Pet-cam“, Motto: „Keinen Heimtiermoment mehr verpassen“. Sofort fielen uns herrliche Heimtiermomente ein, die man auf keinen Fall verpassen sollte. Die Reinigung sensibler Körperzonen etwa.

Es ist Montag, 11.17 Uhr. Der Kaffee ist schon bitter und die Chefin nervt. Also schnell umschalten zum Zuhause friedlich in seinem Körbchen liegenden Schnuffi, höchstens ein Pfötchen zuckt im Traum … Doch wo, oh Schreck, ist Schnuffi?

Sofort Dilemma: soll man hoffen, dass Hundi nur der Meinung ist, es habe ein Recht auf Privatsphäre? Soll man fürchten, dass es gelernt hat, außer Sicht der Kamera seinen Spaß zu haben? Dass es die 325-Euro-Krokolederhandschuhe zerkaut? Den Regenschirmständer anpinkelt, um zu markieren, dass es bei Regen nicht raus will? Mit Nachbars Katze Party feiert? Soll man eine plötzliche Erkrankung vortäuschen, um nach Hause fahren und nach dem Rechten sehen zu können?

Nicht unbedingt also bringt eine Pet-cam Seelenfrieden. Außer, man stellt die Kamera vor dem Goldfischglas auf. Außer, man kauft für die gelangweilte Katze, ehe sie rübergeht zum gelangweilten Hund und die beiden die Wohnung aufmischen, ein Hamster-, äh, Katzenrad (leibhaftige Hamster gehen natürlich auch). „Little Cat“ ist ein neu auf den Markt kommendes Lauf- und Trimmgerät für gut 1500 Euro und vollschlank gewordene Vierbeiner. Die Geschwindigkeit kann auch von fern mittels App gesteuert werden. Könnte freilich sein, dass die Katze ihren Heimtiermoment nutzt, dem Menschen einen Vogel zu zeigen.

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