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Sylvia Staude ist Redakteurin im Feuilleton der Frankfurter Rundschau.
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Sylvia Staude ist Redakteurin im Feuilleton der Frankfurter Rundschau.

Kolumne

Hammett

  • Sylvia Staude
    VonSylvia Staude
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Der berühmte Krimiautor war einer der wenigen, der sich von McCarthys Ausschuss nicht mürbe machen ließ. Doch dafür wurde er zu Lebzeiten aus den Bibliotheken in den USA in den USA verbannt: Vor 50 Jahren starb Dashiell Hammett.

Im Jahr 1951 wurde Dashiell Hammett zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt, weil er sich geweigert hatte, vor dem Ausschuss für unamerikanische Umtriebe über ihm bekannte Kommunisten auszusagen. Im Gefängnis, so ist überliefert, empfingen die Insassen den Schriftsteller mit Ehrfurcht. Am 26. März 1953 musste Hammett erneut vor dem Untersuchungsausschuss erscheinen. Roy Cohn, Rechtsberater des Ausschusses, fragte ihn: „Sie sind der Autor einer Reihe bekannter Kriminalromane. Ist das richtig?“ „Das ist richtig“, antwortete Hammett. „Ich denke“, so Cohn weiter, „Sie haben früher auch über soziale Dinge geschrieben. Ist das richtig?“ Hammett: „Es ist unmöglich, über etwas zu schreiben, ohne zu sozialen Fragen Stellung zu nehmen.“ Darauf geht Cohn leider nicht ein, macht vielmehr eine Rechnung auf, nach der staatliches Geld – für rund 300 Hammett-Bücher in „73 Informationszentren der Vereinigten Staaten“ – via Tantiemen an Kommunisten geflossen sein könnte. Im Juni 1953 erging vom State Department dann eine Anweisung an diese Bibliotheken, die Bücher „subversiver“ Autoren, darunter Hammett, zu entfernen.

Dashiell Hammett war einer der wenigen, die sich von McCarthys Ausschuss nicht mürbe machen ließen, auch nicht beim zweiten Anlauf. Fürs Leben geprägt hatte ihn, wie er erzählte, einst seine Tätigkeit für die Pinkerton-Detektivagentur: „Pinkerton’s war gut darin, Streiks zu brechen und Gewerkschaften zu zerschlagen“, so Hammett. Als man ihm 5000 Dollar geboten habe, um einen Gewerkschafter zu ermorden, habe er gedacht: „Ich war also jemand, von dem sie glaubten, dass er für ein paar Dollar einen Menschen umlegen würde.“ – Hammett kündigte.

Einige Jahre später begann er Kriminalromane zu schreiben, die nicht nur großartig waren, sondern in denen die soziale Frage eine Rolle spielte. Er gab dem Kirminalroman damit eine Zukunft. Und wurde berühmt. In den 50er Jahren sorgten die Kommunistenjäger mit einem Berufsverbot dafür, dass er verarmte. So starb Dashiell Hammett heute vor 50 Jahren im Elend. Seine Bücher aber stehen bestimmt wieder in den US-Bibliotheken.

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