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Times Mager

Haltet sie!

Am Tag des Hl. Laurentius, Patron der Bibliothekare, gedenkt die Autorin einiger Bücherdiebe und kommt zu dem Schluss: Unsereiner klaut nicht mal Lollis.

Zu den verdrängten Merkwürdigkeiten aus Studententagen gehört die Sorglosigkeit, mit der einige Personen Bücher stahlen. Personen, die unsereinem selbstverständlich nur flüchtig bekannt waren. Wir wollen sie M. und P. nennen, wobei die Namen von der Redaktion geändert wurden. M. und P. sind inzwischen beide verbeamtete Lehrer. Sie sollen keinen Ärger bekommen.

Unsereiner kann nicht einmal einen Lolli klauen. Dabei spielt nicht nur eine Rolle: die ohnehin schwierige Lage des Einzelhandels; die negativen Folgen für die Solidargemeinschaft; das siebte Gebot; sondern vor allem die unüberwindliche Angst, ertappt zu werden. M. und P. indes schämten sich nicht. Sie fanden die Buchhändler und Bibliothekare gleichermaßen dumm wie Stroh. Sich selbst fanden sie clever und belesen. Ja, belesen waren sie. Kunststück.

Die Erinnerung daran kehrte nun wegen eines Vorfalls in Großbritannien wieder. Dort wurde kürzlich der notorische Bücherdieb William Jacques, ein Bubityp und Cambridge-Absolvent, zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. Nun widmet sich die britische Presse den üblichen Überlegungen: Sind Bücherdiebe besser als Videokassetten-, Micky-Maus-Heftchen- und Milchschokoladentafel-Diebe? Eigentlich natürlich nicht, räumen die Journalisten zähneknirschend und gesetzestreu ein.

40000 Pfund waren die Bücher wert, die Jacques über Jahre aus der Lindley Library in London stahl. Der Richter sagte zu ihm: „Sie haben schließlich in Cambridge studiert, Sie sollten es besser wissen.“ Man kann sich vorstellen, wie Jacques dachte: Ja genau, ich weiß es besser. Zum Beispiel, wie viel Ambroise Verschaffelts „Nouvelle Iconographies des Camellias“ wert ist.

Jedenfalls darf man heute, am Tag des Hl. Laurentius, Patron der Bibliothekare, darauf hinweisen, dass William Jacques von seinen Untaten/Taten eingeholt worden ist. Mehr Glück hatten M. und P., die derzeit vermutlich ihren wohlverdienten Sommerurlaub in Dänemark verbringen. Dass M. und P. jetzt sagen würden, dass sie bloß für den eigenen Bedarf klauten, ist so frech, da bekommt man direkt Lust, ihre Klarnamen zu nennen. S. und D. ! So!

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