Hallo, liebe Judith! :)
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Times mager

Hallo

  • Judith v. Sternburg
    vonJudith v. Sternburg
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Die richtige Anrede in der beruflichen Kommunikation ist durchaus eine Sorge wert.

An der Anrede „Hallo, Herr Sternberg“ ist interessanterweise das „Hallo“ am ärgerlichsten. Sich zu irren, auch sich zweimal zu irren, ist menschlich, aber das „Hallo“ hat Methode. Was ist das für eine Methode? Und warum ist sie ärgerlich?

Schauen wir, was www.stil.de dazu sagt. www.stil.de rät, eine schriftliche Nachricht „lieber förmlich als zu vertraulich“ zu eröffnen. Wenn aber ein „zwangloses, vertrautes Verhältnis besteht, können Sie die Anrede ohne weiteres auflockern und variieren“. Zum Beispiel: „Liebe Frau Steinberg“, „Hallo, liebe Frau Sternboot“, leider auch „Guten Tag, Frau Sternbock“. „Hallo, Herr Sternberg“ ist nicht dabei. Da schau her.

Dass auch „Hi, Julia“ fehlt, ist weniger erstaunlich. Das schreiben ausschließlich entfernte Verwandte von entfernten Kontinenten, die viel Geld anzubieten haben, sofern man ihnen eine Summe vorstrecken kann (die Rechtslage verlangt es) sowie die Vertreter von Popplattenfirmen. Offensichtlich handelt es sich hier um einen echten Insidercode. Spießig genug, dass man Jan und Leyla partout nicht zurückduzen kann.

Zurück zu „Hallo, Herr Sternberg“. www.business-wissen.de findet diese Anrede bedauerlicherweise in Ordnung, wenn „ein zwangloses, vertrautes Verhältnis mit dem Briefempfänger besteht“, mahnt aber: „Doch nicht jeder möchte von jedem gleich mit Hallo angesprochen werden.“ Oder vielleicht sogar von niemandem.

Was aber ist nun das Problem? Schwer zu sagen. Nein, nicht schwer zu sagen. Das Problem ist, zu der Hälfte der Bürobevölkerung zu gehören, die darüber eine unaussprechliche, lächerliche, aber nicht zu leugnende Spur beleidigt ist: dass eine perfekte, zugewandte, freundliche Anrede zur Verfügung stünde, „Liebe Frau Berg“, „Liebe Jutta“, und die betreffende Person das nicht hinschreiben wollte. Als sei das nämlich zu persönlich und das Liebenswerte der betreffenden Person (Jutta Berg) vielleicht auch gar zu ungewiss. Zwischen „Hallo, Herr Sternberg“ und „Hallo, lieber Herr Sternberg“ liegt eine Welt.

Tatsächlich ist das nicht zu lösen. Denn die andere Hälfte der Bürobevölkerung empfindet es offenbar als anmaßend, oberflächlich, anbiedernd, von Leuten wie uns ständig so angesprochen zu werden. U. sagt im Aufzug zu alledem: Mann, du hast echt Sorgen. Andererseits mahnt karrierebibel.de: „Jeder sollte sich gut überlegen, wen er wie anschreibt.“ Aber jetzt ist auch gut damit.

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