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Ein Hundehai.
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Ein Hundehai.

Times Mager

Hai & Hund

  • Sylvia Staude
    VonSylvia Staude
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Hunde sind undankbar. Sagen Forscher. Das kann ja wohl nicht wahr sein.

Sollten Sie in diesem Sommer schnorcheln gehen, einem Hai begegnen und von diesem angeknabbert werden, denken Sie daran: Er meint es nicht so. Drei australische Wissenschaftler haben jetzt eine Initiative gestartet, wonach im Falle einer unschönen Begegnung zwischen Mensch und Hai (hier: unschön für den Menschen, das Umgekehrte gibt es ja auch, das wollen wir keineswegs verschweigen), dass also nicht mehr von „Angriff“ gesprochen werden soll, sondern von „Vorfall“ oder „Ereignis“. „Haie haben keine Hände“, so der Biologe Nathan Hart, „wenn sie etwas erforschen wollen, müssen sie das mit dem Maul tun“ – in dem sie jedoch verflixt viele Zähne haben, wie schon Brecht wusste. Trotzdem, versichert Professor Hart, „werden Menschen von Haien sehr selten aufgefressen“. Freilich kann es auch schon recht unangenehm sein, gekostet und als wenig schmackhaft wieder ausgespuckt zu werden.

Während die allermeisten Menschen in ihrem Leben keinem Hai begegnen, sich also auch nicht zwischen „war es ein Angriff“ und „war es ein Ereignis“ entscheiden müssen, gilt in Bezug auf Hunde: Wer jetzt noch keinen hat, der wird sich auch keines der nun wieder ins Heim verfrachteten Tiere mehr holen. Dies schon gar nicht, wenn er oder sie den Bericht eines Teams um den Verhaltensbiologen Jim McGetrick vom Wiener Konrad-Lorenz-Institut gelesen hat.

Das Fazit der Forschenden kann in einem Satz zusammengefasst werden: Hunde sind undankbar.

Nicht nur Frauchen und Herrchen werden jetzt geschockt sein – während Katzen ob der Nachricht ihr blasiertestes Gesicht aufsetzen und sich zur Mäuse- oder Vogeljagd aufmachen, um ihre ernährungstechnische Unabhängigkeit zu demonstrieren.

Es geht nämlich um folgendes Experiment: Die Menschen verteilten per Tastendruck Leckerli an ihre Hunde. Dann erhielten die Hunde Gelegenheit, ebenfalls Tasten zu betätigen, um ihren Menschen etwas zukommen zu lassen. Daran dachten fast alle Hunde aber nicht im Traum. Auch dann nicht, wenn sie von Frauchen oder Herrchen zur Bestechung gestreichelt wurden.

Wir aber fragen: Muss man die Weigerung der Hunde zwangsläufig undankbar finden?

Kann es nicht sein, dass sie die Gesundheit ihrer Menschen schützen wollen – denn: Übergewicht. Oder dass die Katze unfairerweise das saftigere Fresschen bekam? So ein Hund mag zur feinen Nase ein feines Gerechtigkeitsempfinden haben. Und sicher weiß er, dass sein Mensch sich im Gegensatz zu ihm jederzeit was aus dem Kühlschrank holen kann. Er aber muss, damit er was bekommt, so treu-doof gucken, als könne er nicht allemal bis drei Leckerlis zählen.

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