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Und Sie? Wann haben Sie das letzte Mal einen Affen berührt?

Times mager

Guter Rat

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Aber wie schreibt man eine Geschichte ohne Sätze? Von Ratschlägen und Rätseln von und für Autoren.

Dieses Times mager beruht auf im Internet zu findenden Ratschlägen erfolgreicher Autoren wie Margaret Atwood, David Sedaris, Neil Gaiman, Joyce Carol Oates, James Patterson, Malcolm Gladwell, Dan Brown.

Aber huch, da ist das Times mager schon aus dem Bürofenster geweht worden, unter eine Kehrmaschine geraten, kurz bleibt die Kehrmaschine an „Dan Brown“ hängen, dann krumpelt sie auch diesen Namen zusammen, schluckt schwer, rülpst noch. Dann grummelt sie weiter, überfährt im Rinnstein achtlos eine alte Münze, die der letzte Starkregen aus Frankfurts Untergrund gespült hat … „Fesseln Sie meine Aufmerksamkeit“, lautet der wichtigste Schreibtipp von Margaret Atwood.

Aber da bückt sich eine junge Frau nach der Münze, holt die Kehrmaschine und ihren Fahrer ein, beugt sich zum Fahrer und fragt: „Wann haben Sie das letzte Mal einen Affen berührt?“ Schreibende, so David Sedaris, müssen sich erstens für Menschen interessieren und sollten ihnen zweitens ungewöhnliche Fragen stellen, um sie kennenzulernen. „Können Sie das riechen?“, sagt der Kehrmaschinen-Fahrer erstaunt zur jungen Frau.

Dann öffnet er sich ihr, bekennt, dass sich das Kehrmaschinenfahren anfühlt „wie mit nur einem Scheinwerfer durch den Nebel zu fahren“. Aber wie beim Schreiben, zitiert er Neil Gaiman weiter, müsse man einfach vorwärtsdrängen. „Sie müssen davon überzeugt sein, dass Sie brillant sind“, sagt er noch. Dann setzt er sich wieder zurecht, schiebt sich ein kleines weiches Kissen unter, denn seine Hämorrhoiden plagen ihn, seit die Maschine angesichts von „Dan Brown“ so ruckelte und rumpelte. Und hat nicht im Video, das er just gestreamt hatte, ehe die junge Frau ihm mit der seltsamen Affen-Frage kam (und dabei ganz vergaß, ihm die Münze zu zeigen), hat nicht Joyce Carol Oates geraten: „Sehen Sie Tabus ins Auge“ und „denken Sie daran, dass Sie die dunkelsten Stoffe in sich selbst finden“.

Die junge Frau hat sich entfernt, kaum ist sie aber um die Ecke, fällt ihr, sogar mit Ausrufezeichen, ein: Sie muss die Geschichte schreiben! Sie hört noch die Worte ihres Onkels James: „Schreibe die Geschichte. Schreibe keine Sätze.“ Unbedingt muss sie dieses Rätsel lösen, das ihr der Onkel da aufgegeben hat: Wie man nämlich ohne Sätze schreibt. Kommen hier die von Malcolm Gladwell geschätzten Semikolons ins Spiel? Oder wird ihr sein Rat, immer zuerst das Ende im Kopf zu haben, das Schreiben „superleicht“ machen? Oder soll sie lieber Cousin Dans Tipp befolgen: „Schreib den Schurken zuerst!“ Aber, Moment, hat sie das nicht irgendwie schon getan?

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