Vielleicht Mal als Darkwing Duck ins Restaurant?
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Vielleicht Mal als Darkwing Duck ins Restaurant?

Times mager

Gundel

  • Thomas Stillbauer
    vonThomas Stillbauer
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Corona ist kein Pseudonym, sondern eine Pandemie. Es dürfte aber Corona gefallen, dass Schlauberger und Schlaumeierinnen sich mit falschen Namen in Restaurantlisten eintragen.

Die Sache ist mäßig lustig, aber wie man hört, haben in jüngerer Zeit enorm viele Leute ihre Restaurantbesuche gemeinsam mit Micky Maus, Lassie, Cate Blanchett, Popeye oder Donald Trump verbracht. Nicht, dass man besonders scharf darauf wäre, den US-Präsidentendarsteller in der unmittelbaren Umgebung zu haben, und das auch noch beim Essen. Aber spektakulär wäre es ja durchaus. Als Geschichte zum Erzählen. Hinterher.

Wer sich trotz potenzieller Begegnungen mit Tröpfchen und Aerosolen auf gastronomisches Terrain traut, wird aber kaum tatsächlich einer der genannten Personen nahegekommen sein. Die größten Spaßvögel der Gegenwart haben bekanntlich den Trend etabliert, nicht ihren eigenen Namen auf die Alarmkontaktliste in Kneipen zu schreiben, für den Fall, dass was ist, sondern den von Snoopy, Albert Einstein, Captain James Kirk oder Supergoof. Selbst wenn sie keinem von ihnen auch nur entfernt ähneln.

Das dürfte der Pandemie gut gefallen haben. Denn wenn sich jemand beispielsweise in Rüsselsheim-Haßloch das Virus eingefangen hat und abends beim Schankwirt zunächst noch ahnungslos dem Weine zusprach, dürfte es später wenig Sinn haben, Angela Merkel, Tutanchamun, Doris Day und Franz Beckenbauer anzurufen, um sie zur Quarantäne aufzufordern.

Bei früheren Gelegenheiten war es dagegen durchaus unterhaltsam, Dritte zu verkörpern. 1892 tat William Sydney Penley so, als sei er die Tante von Ernest Lawford, der sich auf einer anderen Ebene als Charley Wykeham ausgab – es war die Uraufführung des Stücks „Charley’s Aunt“, hier mit einem erlaubten Apostroph, denn das Ganze spielte ja in England. Später machten sich Oliver Hardy (mit) und Peter Alexander (ohne Apostroph) um das Stück auf Leinwänden und Bildschirmen verdient.

Heinz Rühmann spielte den Autor bzw. Oberprimaner Pfeiffer, jaja, mit drei f, was im Nachhinein immer unlustiger wurde, je mehr man sich vergegenwärtigte, wann die „Feuerzangenbowle“ gedreht worden war (1943). Deutlich liebenswürdiger: Jack Lemmon und Tony Curtis als Daphne und Josephine in „Some like it hot“ (1959), Dustin Hoffman als Dorothy in „Tootsie“ (1982) und Robin Williams als „Mrs. Doubtfire“ (1993).

Fein. Aber warum dreht nicht mal jemand den Spieß herum? Gundel Gaukeley etwa, die coole Hexe, die an Onkel Dagoberts ersten selbstverdienten Taler ran will. Im Original heißt sie Magica de Spell (welch ein Name!) und kann sich mühelos über große Distanz teleportieren. Wartet nur ab, wenn sie demnächst in Haßloch einen Schoppen trinkt und ihren Namen auf der Corona-Liste hinterlässt: Kevin Superschlau.

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