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Früher eine beliebte Hinrichtungsmethode: Die Guillotine.

Times mager

Guillotine

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Darf man eine Guillotine kaufen? Ja, klar.

Da das Thema auf Hinrichtungsmethoden kam, machte eine der Gesprächsteilnehmerinnen – um das Niveau wieder etwas anzuheben – auf den Fall der kürzlich für 8008 Euro versteigerten Guillotine aufmerksam. So dass alle kurz still in ihren Taschencomputern nachlasen und dann auf dem Laufenden waren. Der Käufer war ein französischer Geschäftsmann, der erklärte, man dürfe kaufen, was man wolle. Zuvor, so zitiert ihn die „New York Times“, habe ein russischer Geschäftsmann das Objekt, eine Touristenattraktion in einem Pariser Jazzclub, erworben, aber nicht ausführen können. Denn Frankreich verbiete den Ex- und Import von Folterinstrumenten. Die Guillotine ist eine, wenn man so sagen darf, lebensgroße Replik aus dem 19. Jahrhundert, wurde also nicht benutzt. Der französische Geschäftsmann erklärte der Zeitung, er wisse noch nicht, wo er sie hinstellen werde. Sicher nicht bei sich daheim, da er vier Kinder habe. Auch sei er nicht pervers (das ist jetzt eine etwas abgekürzte Version seiner Ausführungen), sondern lediglich interessiert an Raritäten, ebenso wie an seltenen Kunstwerken oder besonders erfolgreichen Rennwagen.

So dass die, die sich darüber unterhielten, wieder spürten, wie grauenhaft schwer Kunst es hat und wie schwierig es außerdem ist, im Gespräch nicht sofort wieder abzusacken. Der einzigen halbwegs echten Frankfurterin der Runde blieb nichts anderes übrig, als Goethes Mutter zu zitieren, die es bekanntlich ablehnte, auf den Wunsch des Vaters hin, Jung-August eine Spielzeugguillotine zu besorgen. Erst wurde sinngemäß zitiert, dann vorgelesen: „Alles was ich Dir zu Gefallen thun kann, geschieht gern und macht mir selbst Freude – aber eine solche infame Mordmaschine zu kaufen, das thue ich um keinen Preiß – wäre ich Obrigkeit, die Verfertiger hätten an ein Halseisen gemußt.“ Wie man sieht, stecken die Zusammenhänge zum aktuellen Guillotinenkauf in fast jedem Detail, bis hin zu dem Fakt, dass unser Geschäftsmann das von Frau Goethe erwähnte Frankfurter Halseisen zwar hätte kaufen, aber nicht nach Frankreich hätte mitnehmen können.

Das Gespräch ging jetzt über zu den zu früh erblickten schaurigen Filmszenen, die man je nachdem seit 10 bis 45 Jahren mit sich schleppt. Interessanter aber die wahre Begebenheit im Zug, bei der ein kleines Kind den Vater befragte, ob er diese oder jene Person möge. Als ihm die Namen (Freunde und Verwandte) nach einer Ewigkeit ausgingen, schlug die Mutter vor, nach Trump zu fragen. Hier nun verneinte der Vater so freundlich, wie er vorher Ja und Amen zu Wer-weiß-Wem gesagt hatte, so dass das Kind staunte. Er möge Tante Marie und den Paul, aber Trump möge er nicht? Echt? Das Spiel war zu Ende und das Kind ganz unbrachial ein Stück mehr auf das Leben in der Erwachsenenwelt vorbereitet.

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