Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Judith von Sternburg
+
Judith von Sternburg

Ihr großer Hut

In der Westminster Kathedrale in London sind am Samstag unter anderem drei verheiratete anglikanische Bischöfe zu katholischen Priestern geweiht worden. Nach der Zeremonie, berichten britische Medien nicht ohne Amüsement, wurden sie von ihren Gattinnen umarmt, welche sich zueinander passend in Beige gekleidet hatten. Eine von ihnen trug einen großen braunen Hut.

In der Westminster Kathedrale in London sind am Samstag unter anderem drei verheiratete anglikanische Bischöfe zu katholischen Priestern geweiht worden. Nach der Zeremonie, berichten britische Medien nicht ohne Amüsement, wurden sie von ihren Gattinnen umarmt, welche sich zueinander passend in Beige gekleidet hatten. Eine von ihnen trug einen großen braunen Hut.

Es hat solche Fälle bereits gegeben. Diesmal aber ist mit dem Übertritt die Gründung einer, wie soll man es nennen, neuen katholischen Sektion verbunden. Sie heißt Our Lady of Walsingham (auf eine Marienerscheinung in gerade noch sächsischen Zeiten, 1061, anspielend), und einer der frischgebackenen Priester & Ehemänner wird sie anführen. Mitglieder von Our Lady dürfen nicht nur verheiratet sein, sondern auch die anglikanische Liturgie zelebrieren und sind doch komplett katholisch. Unter Experten, die das alles nicht so wundert wie unsereinen, gilt aber vor allem als sensationell, wie schnell diesmal aus den anglikanischen Geistlichen katholische werden konnten. Zwei Wochen statt sieben Jahre, heißt es. Niemand sage, die katholische Kirche könne kein Tempo vorlegen. Allerdings gibt es noch keine Gemeinde, keine Kirche, kein Büro. Es scheint sich also um ein Himmelfahrtskommando zu handeln, passenderweise.

Der Vorgang ist mehrfach als historisch bezeichnet worden. Auch uns kommt er sehr historisch vor. Englische Kommentatoren stellen freilich die Frage, ob die katholische Kirche denn keine anderen Probleme habe, als in außerordentlicher Kompromissbereitschaft Anglikaner abspenstig zu machen. Anscheinend nicht.

Interesse weckt aber doch die Dame mit dem großen braunen Hut. Sie hat sich schick gemacht für den großen Tag im Leben ihres Mannes, der zu sehr darunter litt, dass sein Arbeitgeber seit einiger Zeit bereit ist, auch Frauen in Führungspositionen einzusetzen (in Interviews stellen die neuen Katholiken das komplexer dar, was ihnen selbstverständlich frei steht). Das muss der dünnere Teil des Gemeinsam-durch-dick-und-dünn-Gehens sein. Gleich nach der Liebe, dem Tod und den kirchlichen Institutionen ist das größte Mysterium doch die Ehe.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare