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Enrique beziehungsweise die "Hombres" müssen die Drogen ausrotten.

Times mager

Großartig!

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Aus dem Tagebuch des Donald Trump, heute: Im Gespräch mit Jared und Enrique.

Liebes Tagebuch,

gestern hat mir Schwiegersöhnchen aus der „Washington Post“ vorgelesen. Jared macht das öfter, damit ich weiß, was diese Fake-News-Typen so verbreiten, und zum Selberlesen ist mir das immer viel zu lang, aber wenn ich es so höre, kann ich ein paar Sachen unterschreiben und das macht Spaß.

Diesmal war es etwas ganz Besonderes. Großartig! Ich weiß nicht, wie die Fake-News-Typen das machen, denn einerseits ist ja alles gelogen, was sie aufschreiben, und andererseits hat jedes Wort gestimmt. Wie ich diesen Mexikaner am Telefon immer „Enrique“ genannt habe, großartig! Er immer so „Mr. President“, mir ist das nur einmal rausgerutscht, böse, böse, aber vielleicht war das auch erfunden, ich weiß es nicht mehr genau.

Ansonsten alles erste Sahne, das hätte auch bei Breitbart stehen können, was ich dem alles ins Telefon erzählt habe. Dass ich ihn letztes Jahr überhaupt nicht treffen wollte, aber musste, weil Jared das unbedingt wollte. Und dass sie diese Drogen-Killer nicht in den Griff kriegen, die unsere Amerikaner zwingen, das giftige Zeug zu nehmen, statt ein Fläschchen Whisky zu trinken. Nein, das mit dem Whisky habe ich nicht gesagt, aber sonst: Großartig!

Und natürlich die Mauer. Ich glaube, dieser Enrique hat irgendwie etwas dagegen, aber ich habe ihm erzählt, wie ungerecht das alles ist mit den Arbeitsplätzen, die bei denen sind und nicht bei uns, und dass wir das Zeug, das sie uns liefern, demnächst auch mal besteuern könnten.

Aber nicht die Drogen, sagt doch glatt der Jared. Nein, die natürlich nicht, die muss ja der Enrique ausrotten beziehungsweise die „Hombres“, die mit dem Zeug handeln. Genau so habe ich es ihm gesagt, und der Typ wurde immer kleiner. Erst recht, als ich ihm noch mal erzählt habe, wie wahnsinnig viele Leute bei meinen Wahlkundgebungen waren. Ich glaube, das wusste der Typ noch gar nicht.

Der spricht nebenbei bemerkt richtig Englisch, und fair, wie ich bin, habe ich das dem Dolmetscher gesagt: „He speaks better English than me.“ Das war natürlich übertrieben, aber Melania sagt immer, ein bisschen Honig ums Maul könnte nichts schaden. Kosten tut es auch nichts, und außerdem ist Englisch reden das Normalste der Welt, ich tue es schließlich von morgens bis abends. Großartig!

Nur: Warum habe ich diesen Enrique eigentlich nicht gefeuert? Haben das die Fake-Fuzzis nur verschwiegen? Jared sagt, das sei in diesem Fall nicht ganz einfach, ich sollte es erstmal bei dem dicken Nordkoreaner versuchen. Und zu Hause gebe es auch noch ein paar Kandidaten, bestimmt. Großartig! Dein Donald

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