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Der 24. ist anspruchsvoll und etwas stressig, für Adventskalender wie für Geburtstagskinder.
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Der 24. ist anspruchsvoll und etwas stressig, für Adventskalender wie für Geburtstagskinder.

Times Mager

Größte Klappe

  • Judith von Sternburg
    vonJudith von Sternburg
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Der 24. ist anspruchsvoll und etwas stressig, für Adventskalender wie für Geburtstagskinder.

Wieder eine Mutter getroffen, deren Kind am 24. Geburtstag hat. Ein eigenartiges Los, gewiss. Aus Sicht eines Durchschnittszwillings (Geburtstag im schönsten Frühsommer, aber vor den Sommerferien) ist es sogar ein Debakel. An dieser Stelle soll – es wäre zu gemein – nicht vertieft werden, wie ein Geburtstag im schönsten Frühsommer das Jahr sinnig in zwei Halbkreise sägt. Man wünscht sich zu Weihnachten die überteuerte Stoffente, zum Geburtstag aber den silbrigen aufblasbaren Delfin, denn bald nach dem tollen Kindergeburtstag im Freien (bei schönstem Frühsommerwetter) geht es an die Lübecker Bucht. Die Mutter erzählt dafür: Ihr Kind (noch sehr klein) habe den Eindruck, alle Welt bereite sich auf seinen Geburtstag vor. Das ist erfreulich, möge dieser Eindruck lange anhalten.

Hier wollen wir aber auf etwas anderes hinaus: Naturgemäß bewegt sich einen Monat lang alles auf einen gewissen 24. hin. Dieses Hinauslaufen zeigt sich nicht nur in Panik und Schrecken – denn da kann es so lange hinauslaufen, wie es nur mag, am Ende ist es doch plötzlich da –, es zeigt sich auch weit verheißungsvoller in der größten Klappe des Adventskalenders. Die größte Klappe des Adventskalender ist am Morgen des 1. Dezembers, wenn der Adventskalender zum ersten Mal seinem Zweck dient, dem erquicklichsten und schlaffsten Countdown des Jahres, das Ziel, für das man nicht hart wird arbeiten müssen. Man muss bloß jeden Tag eine Klappe öffnen und sich freuen an Kuschelkätzchen auf dem Fenstersims. Vielleicht ist man etwas enttäuscht von dem Glöckchen im verschneiten Baum. Denn der Adventskalender ist zwar der einzige Ort weit und breit, an dem es verlässlich geschneit hat. Aber Glöckchen sind immer schon langweilig und dienen oft als 3 oder 17. Na ja.

Auch auf dem diesjährigen Adventskalender liegt Schnee, aber leider ist der Kalender so hochwertig, dass man die Bildchen trotz Kurzsichtigkeit kaum erkennt. Am 6. spazierte der delikateste Knirpsnikolaus der Welt übers nächtlich verschneite Feld.

Aber selbst hier soll sich am 24. eine Riesenklappe auftun. Irgendwann im Leben wird man sich seit Jahrzehnten auf das Öffnen dieser Klappe gefreut haben, zunehmend unhysterisch, aber neugierig. Nun jedoch das Seltsame: Immer war es eine gelinde Enttäuschung, die karge Krippe, der verdruckte Weihnachtsbaum, die im Glamour des Tages restlos verpuffende Erwartung. Am 24. das Geburtstagskind oder die Klappe zu sein: beides nicht ideal, aber auch ein Teil des Lebens.

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