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Sind etwa die Frauen Schuld an der Klimaerwärmung?

Times mager

25 Grad

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Die ideale Zimmertemperatur bei der geistigen Arbeit, Männer brauchen es allerdings kühler.

Wie stets bereitet sich das Times mager auch diesmal gewissenhaft darauf vor, als Premiumglosse des Feuilletons nur die beste, die allerbeste Leistung zu bringen. Dazu hat es trotz angenehmer Raumtemperatur (22 Grad) die Balkontüre geschlossen, die Heizung bis zum Anschlag aufgedreht und wird nun das Thermometer im Blick behalten, bis es im Arbeitszimmer 25 Grad warm ist. Dann wird losgeschrieben wie der Teufel.

Warum bloß?, denken Sie sicherlich, und denken auch gleich an: Energieverschwendung, Klimaerwärmung, Trockenheit, Überflutungen, Waldbrände, Wirbelstürme. Aber erinnern Sie sich, falls Sie ein Mann sind, an die Momente des Erschauerns wie gleichzeitigen Stolzes, wenn Sie die kalten Füße Ihrer Partnerin spürten und mithin Ihre Nützlichkeit beweisen konnten. Und womöglich haben Sie, wenn Sie Ihre Lebensabschnittsgefährtin liebevoll wärmten, auch für manchen Geistesblitz gesorgt – bei ihr, nicht bei Ihnen.

Denn Frauen, so fand ein deutsch-amerikanisches Forscherteam heraus, erreichen bei Rechenaufgaben und Wortbildungstests die besten Ergebnisse, wenn die Zimmertemperatur bei mehr als 24 Grad liegt. (Hmhm, brummelt da das Times mager zweifelnd, obwohl durchaus eine Frau.) Männer dagegen denken schneller, wenn die Temperatur etwas niedriger ist. Die Wissenschaftler erklären anhand der Ergebnisse von 542 Versuchspersonen, Studentinnen und Studenten, dass bereits ganz normale und relativ kleine Schwankungen der Raumtemperatur die Leistungen der Prüflinge beeinflussen. Sie empfehlen, das zu berücksichtigen. Muss also künftig bei Prüfungen die Geschlechtertrennung wieder eingeführt werden, hier ein Raum mit 25 oder 26 Grad, dort einer mit 21, 22? Und dürfen verfrorene Männer wechseln?

Das Times mager hat sich, kaum waren die 25 Grad erreicht, Gedanken gemacht über einen allerbesten Schluss. Dies auch wegen einer anderen aktuellen Meldung: Schon mehr als 1,5 Millionen GoT-Fans („Game of Thrones“) haben eine Petition zugunsten eines neuen Endes der letzten Staffel unterschrieben, nicht wenige fordern von HBO einen kompletten Neudreh von Staffel 8. Kritikpunkte: zu dunkel, zu krasse Wandlungen der Charaktere, Löcher in der Handlung und ein im Bild vergessener Starbucks-Becher.

So versichert das Times mager: in diesem Text gibt es keine Löcher und nichts, was dort nicht hingehört. Schon gar nicht wird durch diese Zeilen irgendein Fantasieland verwüstet, auch nicht heimlich zwischen ihnen. Und als Klimaausgleich für die 25 Grad im Zimmer wurde auf dem Balkon ein Gänseblümchen gepflanzt.

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