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Die Serie „Mozart in the Jungle“, produziert von Amazon, gehört zu den Preisträgern.

Times mager

Golden Globes

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Ein paar Sachen sind bei der Vergabe der Golden Globes geklärt worden, andere nicht: Was die Verleihung der Filmpreise über die bevorstehende Oscar-Runde sagt.

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Machen wir es uns mal einfach. Wenn wenigstens einer der in der Nacht zum gestrigen Montag vergebenen Golden Globes ein sicherer Vorbote für die nächsten Oscars sein dürfte, dann der für Ennio Morricone. Der Italiener gilt seit Jahrzehnten als berühmtester Filmkomponist der Welt, aber einen Oscar hat er nie gewonnen. Das dürfte sich ändern dank seines treuen Verehrers Quentin Tarantino, der ihm für „The Hateful Eight“ noch einmal einen Western-Score abschwatzte.

Und natürlich wird auch Pixars „Alles steht Kopf“ seinen Erfolg als bester Animationsfilm wiederholen, auch wenn Regisseur Pete Docter Größeres erhofft: Zum ersten Mal zählt ein Animationsfilm zu den Favoriten zum besten Film des Jahres.

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Dazu fehlt „The Revenant“ dann doch ein gutes Stück, auch wenn das Überlebensdrama die drei wichtigen Globes für bestes Drama, für beste Regie (Alejandro González Iñárritu) und – wie erwartet – für den besten Hauptdarsteller erhielt. Stolz verwies der Schauspieler Leonardo DiCaprio auf seine Strapazen während der Dreharbeiten, doch diese seien vergänglich, ganz anders als die Kunst: „Film is forever“.

Für DiCaprio war es der dritte Preis, für „Mad Men“-Star Jon Hamm der zweite. Fast wirkte es wie die Ehrung für ein Lebenswerk: Am 15. Mai endete die großartige Serie nach sieben Staffeln. In der Kategorie Fernsehen belohnten die Auslandsjournalisten etablierte Stars, die sich auf dem Bildschirm von anderen Seiten zeigen. Lady Gaga, die sich in „American Horror Story: Hotel“ als schräge Gastgeberin einer Grusel-Residenz präsentiert, darf sich ebenso freuen wie Christian Slater. Sein hochgelobtes Comeback „Mr. Robot“ wurde zugleich auch noch zur besten dramatischen Serie gekürt.

Sieh mal an: „Mozart in the Jungle“

Seit das amerikanische Fernsehen zusehends interessanter wird als Hollywood, lohnt es sich, die TV-Preise der Globes genauer zu studieren. Wer Serienfutter sucht für zwischendurch, wird fündig bei „Mozart in the Jungle“. Produziert von Internet-Dienstleister Amazon, gewannen die lebensnahen Miniaturen aus dem klassischen Konzertbetrieb nicht nur als beste komödiantische Serie. Auch Gael Garcia Bernal, der den Dirigenten der New Yorker Philharmoniker verkörpert, konnte sich freuen.

Dass man die Serie auch in Deutschland nur im Internet sehen kann, hat zumindest einen Vorteil: Man kann sie überhaupt anschauen. Die meisten US-amerikanischen Serien haben bei unseren Sendern keine Chance, sich durchzusetzen gegen Hausmannskost.

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