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Times mager

Das Glück der Deutschen liegt auf der Straße

  • Stephan Hebel
    VonStephan Hebel
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Jedes Jahr gibt die Deutsche Post einen „Glücksatlas“ heraus. Gute Nachricht: Hessens Glück ist eine Schnapszahl. Schlechte Nachricht: Glück ist ziemlich relativ.

Frankfurt – Es heißt ja immer, das Glück liege auf der Straße. Das ist allerdings leicht gesagt, wenn Sie nicht wissen, um welche Straße es sich handelt. Ehrlich gesagt hilft da auch der Glücksatlas 2021 wenig, obwohl er jetzt von einer ehrwürdigen Institution herausgegeben wurde, die so ziemlich jede Straße kennt, nämlich der Deutschen Post.

Der Atlas kann die vorhandene Glücksmenge leider nur nach Bundesländern aufschlüsseln. Aber immerhin darf den Hessinnen und Hessen mitgeteilt werden, dass sie die Einzigen sind, deren Messwert einer sehr schönen Schnapszahl entspricht: 6,66.

Schornsteinfeger gelten als Glücksbringer. Doch wo ist das Glück zu finden? Der neue Glücksatlas hat das Glücksniveau der Deutschen untersucht. (Symbolbild/Archivbild)

Glücksatlas: In Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein leben die glücklichsten Menschen in Deutschland

Die Skala reicht bis zehn, so dass Sie, falls in Hessen zu Hause, Tag für Tag zwei Drittel des überhaupt möglichen Glücks erleben, womöglich ohne es auch nur zu ahnen. Beziehungsweise erlebt haben, denn das Glück im Atlas reicht nur von Januar bis Juni 2021, und wie glücklich Sie heute sind, weiß nicht einmal die Post.

Lassen Sie uns auf verlässlicher statistischer Basis ein paar Überlegungen zum Glück als solchem anstellen. Um das krass überraschende Fazit vorwegzunehmen: Glück ist relativ, ganz besonders im Osten.

Glücksatlas im Auftrag der Deutschen Post – Wie glücklich sind die Deutschen?

Deshalb sollte sich Sachsen-Anhalt, sonst wie Sachsen anhaltend allenfalls mittelglücklich, nur nichts einbilden auf den gerade errungenen Spitzenplatz. Denn es ist, wenn Sie die Formulierung erlauben, gegenüber 2020 nur weniger unglücklicher als die Unglücklicheren, die gegenüber 2020 noch mehr unglücklicher geworden sind als die Glücklicheren in Sachsen-Anhalt.

Das wäre dann so weit klar, und es wird für Sachsen-Anhalt auch nicht besser dadurch, dass sein relatives Glück vor allem einen Grund hat: Die Jungen sind weg. Da wo sie sind (im Westen), sind sie von Corona besonders genervt, und prompt geht es runter mit dem Glück. Und das heißt im Umkehrschluss: Glücklich ist, wer vergreist.

Glücksatlas: Impfbefürworter wollen sich nach der Corona-Pandemie stärker um Klimawandel kümmern

Ansonsten hat die Post ermittelt, dass man sich gegen den Klimawandel quasi impfen lassen kann: „Impfbefürworter sind froh, während der Krise in einem Land wie Deutschland zu leben (…), und wollen sich nach der Pandemie stärker um Nachhaltigkeit und Klimaschutz kümmern“ (ob sie dann immer noch froh sind, in einem Land wie Deutschland zu leben, ist eine andere Frage).

Es darf also resümiert werden, dass der Glücksatlas nicht zu unterschätzen ist. Ja, er kann sich fast mit den Erkenntnissen messen, die Mickie Krause bereits 2014 in seinem Song „Das Glück liegt auf der Straße“ veröffentlichte. Hier ein repräsentativer Auszug: „Das Glück liegt auf der Straße / Das Glück liegt auf der Straße / Das Glück liegt auf der Straße / Ich aber manchmal auch / (Lalalalala).“ (Stephan Hebel)

Laut dem Glücksatlas waren die Menschen in Schleswig-Holstein auch schon in den vergangenen Jahren am glücklichsten.

Rubriklistenbild: © Jochen Lübke/dpa

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